Die Argentinier und ihr Mate

Carolina, a gauchita

Wo man geht und steht, ob auf der Straße, in Parks, in Bussen oder in der weiten Wildnis Patagoniens, einfach überall in Argentinien sieht man Menschen mit einem Trinkhalm aus einem kleinen kugeligen Gefäß trinken. Sie trinken Mate-Tee, das Nationalgetränk schlechthin.

Ganz richtig ist die Bezeichnung Mate-Tee jedoch nicht. Mate bezeichnet eigentlich den kleinen, meist aus einem ausgehölten Kürbis bestehenden Becher. Die Teeblätter heißen Yerba. Im Laden kauft man dann Yerba Mate.

Yerba Mate in Grocery Store

Unübersichtlich groß ist die Auswahl im Supermarkt. Es gibt den Yerba Mate con palo oder sin palo, also mit oder ohne Stängelstückchen, grün (Taragin) oder geröstet (Mate real) und in verschiedenen Geschmacksrichtungen wie Orange oder Minze. Das Kaffeeregal wirkt im Vergleich dazu winzig. Das verwundert auch nicht, 0,9 Kilogramm Kaffee Jahresverbrauch pro Kopf stehen 6,4 Kilogramm Yerba Mate gegenüber.

Und woher kommt das alles? Die Argentinier produzieren ihren Yerba Mate überwiegend selbst. Die Jahresproduktion liegt bei 250 000 Tonnen. Ein Großteil kommt aus der nordöstlichen Provinz Misiones, wo rund 15 000 Mate-Bauern mit rund 70 Millionen Baumsträuchern etwa 130 000 Tonnen pro Jahr produzieren.

IMG_5039.JPG

Und was ist nun so gut an Mate? Ein Argentinier meinte, es schmeckt gut und ist sehr gesund. Seine Schwester wiederum gestand, dass es eigentlich gar nicht so gut schmeckt, aber das ganze Drumherum macht es aus. Und tatsächlich, Mate trinken ist nicht einfach einen Teebeutel in die Tasse hängen, heißes Wasser drauf und fertig. Mate trinken ist eine wahre Zeremonie. Das Mategefäß wird zu zwei Dritteln mit den Blättern gefüllt und kurz geschüttelt. Dann steckt man den metallenen Trinkhalm, die sogenannte Bombilla, hinein und füllt mit wenig Wasser auf. Meist trinkt man in geselliger Runde, das Gefäß wird ähnlich wie ein Joint rum gereicht.

Probieren ist Pflicht. Und wer an dieser Tradition Gefallen gefunden hat, kann auch in Deutschland über zahlreiche Online-Shops Yerba Mate samt Zubehör bestellen.

Video-Anleitung zur Mate-Zubereitung:

Was ist Mate und wie wird er zubereitet:

Mate-Tee-Blog: www.mate-tee-blog.com

Wikipedia-Artikel: http://de.wikipedia.org/wiki/Mate

Hier kann man zum Beispiel Yerba Mate kaufen*:

delikatissimo – Lebensmittel aus Südamerika: www.delikatissimo.de

La Boca – argentinische Spezialitäten: www.argentinische-spezialitaeten.com

*Hinweis: Die Shops habe ich noch nicht getestet.

Advertisements

Stippvisite in Buenos Aires

Buenos Aires, Metropole am Río de la Plata, Hauptstadt von Argentinien. 13 Millionen Menschen leben in der Metropolregion, das ist ein Drittel der Bevölkerung Argentiniens.

Eine echte Megacity. Glücklicherweise konzentrieren sich die touristisch interessanten Sehenswürdigkeiten im Zentrum, meist sogar in Laufnähe.

Eine gigantische Stadt hat natürlich auch gigantisch viel Verkehr. Der wird, wie durch einen Kanal, auf der Avenida 9 de Julio, der breitesten Straße der Welt, durch die Stadt geleitet. Wieviele Fahrstreifen die Straße tatsächlich hat, scheint ein Mysterium zu sein. In meinem Reiseführer steht acht pro Richtung, Wikipedia spricht von sieben und ich habe sechs gezählt. Der stolze Porteño, so nennen sich die Einwohner von Buenos Aires selbst, spricht vermutlich sogar von insgesamt 20 Fahrspuren und zählt die beiden parallel verlaufenden, nur durch einen Grünstreifen getrennten, Straßen Carlos Peligrini und Cerrito noch mit. Vielleicht kommt das Wirrwarr mit der Anzahl der Fahrstreifen auch daher, dass sich sowieso keiner so richtig an die eingezeichneten Spuren hält. Gefahren wird wo Platz ist. Tatsache ist aber, die etwa ein Kilometer lange Schneiße durch die Stadt ist etwa 140 Meter breit. Also egal wieviele Spuren die Avendia 9 de Julio nun hat, sie jedenfalls so breit, dass sie sich zu Fuß nicht mal eben schnell überqueren lässt.

Buenos Aires am Río de la Plata. Das klingt sehr elegant. Ist es auch. Gleichzeitig aber auch chaotisch und verwirrend. Vollkommen unüberschaubar ist das Busnetz. Die U-Bahn wiederum ist denkbar einfach. Es gibt nur sechs Linien.

Buenos Aires, gute Lüfte, gute Luft. Eigentlich stammt der Name aus der Zeit der Stadtgründung. Damals hieß sie Puerto de Nuestra Señora Santa María del Buen Ayre, Hafen unserer lieben Frau der Heiligen Maria des guten Windes. Aber „Aire“ heißt nunmal auch Luft, und eben diese ist nicht immer so gut in der Stadt! Es gibt schöne Grünflächen, zum Beispiel im eleganten Stadtteil Recoleta, aber im restlichen Stadtzentrum kaum. Kaum ein Ort an den man sich mal zurück ziehen und dem lauten Getummel auch nur für ein paar Minuten entfliehen könnte.

Man könnte sich hier sicher wochenlang gut beschäftigen, mir jedoch reichen drei Tage vollkommen aus!