Der Danza de los Voladores, eine interessante Tradition aus Papantla/Mexiko. Ziemlich spektakulär! In tollen Bildern von Mathias Graf festgehalten.

Hobby Fotografie..und andere Sachen

Danza de los Voladores
Auch heute noch wird in Papantla mehrmals am Tage ein altes Fruchtbarkeitsritual der Totonaken gezeigt, der Danza del Volador. Vier Männer (Voladores) symbolisieren die vier Winde, ein fünfter Mann gilt als Symbol der Sonne.

Tanzend bewegen sich die vier Männer auf den Stamm zu (früher aus Holz, jetzt aus Eisen). Sie begrüßen den Stamm und umkreisen ihn mehrmals. Dann begeben sich die vier ‚Winde‘ auf die Spitze des Stammes. Als letzter klettert der fünfte als Sonne auf die Spitze des Stammes. Er setzt sich in Richtung Osten und beginnt, mit einer kleinen Trommel und einer Flöte zu spielen, während die 4 Winde sich drehend das Seil um den Unterleib wickeln.

Die Sonne begrüßt nun die vier Winde kopfüber langsam mit 13 Drehungen auf die Erde nieder. Die Sonne spielt während dieser Zeit die Trommel und Flöte. Nachdem die vier Winde die Erde erreicht haben, begibt sich…

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Salsa – Klang der Karibik

Am Besten gleich auf Play drücken und während dem Lesen Salsa-Musik genießen!

Eines Tages lieh mir eine Bekannte eine CD, die ihr ein Freund aus Venezuela mitgebracht hatte. Sie trug den Titel „Las Mejores Salsas“. Gespannt legte ich die CD ein und vom ersten Takt an ergriff mich der lateinamerikanische Rhythmus. Aber ich und tanzen? Naja, ich bin da eher der Headbanger.

Wie tanzt man überhaupt Salsa? Salsa – das einzige was mir dazu einfiel, waren verzweifelte Single-Männer, die versuchen in einem Salsa-Tanzkurs eine Frau abzuschleppen. Das konnte jedenfalls nicht meine einzige Assoziation zu Salsa bleiben, also beschloss ich etwas zu recherchieren und mal schnell einen Blogartikel zu schreiben. Schnell?! Kurz gegoogelt und ich stellte fest, Salsa ist eine riesige Bewegung. Überall Festivals, Konzerte, Internetforen, Tanzkurse, ja sogar Salsa-Reise gibt es.

Die meisten glauben vermutlich Salsa kommt aus Kuba oder sonst einem Land der Karibik. Tatsächlich spielte das New Yorker Plattenlabel Fania eine große Rolle in der Geschichte der Salsa-Musik. Vorläufer waren der Boogaloo, ein Mix aus lateinamerikanischen Rhythmen und Rockmusik, und der Latin Jazz. Als Pionier und Wegbereiter gilt Eddie Palmieri. Er gründete 1963 die Gruppe La Perfecta. Sie spielten nicht mehr in den Tanzpalästen wie die großen Charanga-Orchester, sondern in kleinen Clubs und Bars. 1964 gründete dann Johnny Pacheco das Plattenlabel Fania in New York. Sie produzierten Schallplatten und Filme, organisierten Konzerte und machten den neuen Musikstil Salsa bekannt.
Auch heute ist New York immer noch ein Zentrum der Salsa-Musik. Zu einer weiteren wichtigen Salsa-Metropole hat sich Barranquilla in Kolumbien entwickelt. In der viertgrößten Stadt des Landes wird jährlich der zweitgrößte Karneval der Welt gefeiert. Die UNESCO hält den Karneval von Barranquilla sogar für so wichtig, dass sie ihn in die Liste des mündlichen Weltkulturerbes aufgenommen hat und damit wäre der Karneval sicher eine eigene Geschichte wert. Also wieder zurück zum Thema, denn während des Karnevals findet auch ein Salsa-Wettbewerb statt.

Nach Deutschland kam der Salsa in den 1980er Jahren mit in US-amerikanischen Kasernen stationierten Puerto-Ricanern. Seit dem versuchen wir, mehr oder weniger erfolgreich, unsere steifen deutschen Hüften im Takt des Salsa zu schwingen.

Im Salsa-Tanz vermischten sich afro-karibische und europäische Tanzstile. Seinen Ursprung fand der Salsa-Tanz vermutlich, als Ende des 18. Jahrhunderts französische Plantagenbesitzer nach einem Aufstand in Haiti nach Kuba fliehen mussten. Ihre Sklaven ließen sie selbstverständlich nicht zurück. Und so konnten sich auf Kuba die afrikanischen Trommel- und Tanztraditionen der Sklaven mit der Gitarrenmusik der spanischen Farmer vermischen. Ein neuer Tanzstil war geboren.

Mit der Entwicklung der Salsa-Musik fand auch eine Entwicklung des Tanzes statt. Tanzschulen prägten verschiedene Stile. Für mich als absoluter Tanz-Dilettant beginnt es nun kompliziert zu werden. Ich hatte immer die Vorstellung Tanzen würde Menschen ohne Sprache verbinden. Ich dachte Tanzen sei universell. Man müsste nur irgendwo auf der Welt mal einen Tanzkurs machen und die Standard-Tänze erlernen und könnte dann mit jedem x-beliebigen Menschen weltweit tanzen, ohne auch nur ein Wort zu sprechen. Und jetzt gibt es verschiedene Stile?
Gut, es gibt also vier Hauptstile. Da wäre der New York Style und der Los Angeles Style, die sich nur wenig unterscheiden. Deutlich anders ist der in Lateinamerika am weitesten verbreitete Cumbia Style mit seiner charakteristischen offenen Tanzhaltung und einhändiger Führung. Der vierte ist der Cuban Style, der sich für mich als Tanzlaie am verrücktesten anhört. Wikipedia beschreibt das so: „… darüber hinaus bestimmen Wickelfiguren und die dominante Führung des Mannes das Tanzbild.“ Ach herrje! Wickelfiguren?!

Ich werde wohl doch lieber von einem Salsa-Tanzkurs absehen und mich aufs Salsa-Musik hören beschränken!

Links zum Thema:

salsamag.de – vierteljährlich erscheinendes E-Magazin, alles rund um die Salsa-Szene

salsacard.de – Salsa-Guide mit Veranstaltungstipps, neue Musik, Clubs und Tanzschulen, Reisen; auch nach Städten geordnet

Musik im Web – laut.fm/salsaradio