Galapagos für Arme – Isla de la Plata

Eine Reise zu den Galapagos-Inseln ist sicher ein einmaliges Erlebnis. Aber auch ein einmalig teures Vergnügen.

Zum Glück bietet Ecuador aber für jeden Geldbeutel etwas, also gibt es auch ein „Galapagos für Arme“. Die Isla de la Plata, eine Stunde Bootsfahrt von Puerto Lopez entfernt. Für 40 US$ beinhaltet eine Tour auch Schnorcheln am Korallenriff der Insel und während der Wal-Saison zwischen Juli und September auch Whalewatching.

Gesagt, getan, eine Bootsfahrt ist schließlich lustig! Oder auch nicht. Wieder einmal muss ich feststellen, ich bin und bleibe eben eine Landratte! Die einstündige Fahrt über die unruhige See wird zur Qual, je länger sie dauert. Die Fahrt scheint fast gar nicht mehr aufzuhören! Die Sichtung der Wale unterwegs tröstet mich kaum, denn das Boot schaukelt nun noch mehr als zuvor bei voller Fahrt.

Angekommen auf der Insel ist das Leid aber schnell wieder vergessen. Ein wahres Vogelparadies erwartet uns hier. Ganze Kolonien von Blaufußtölpeln und Prachtfregattvögeln sind derzeit zur Brut hier. Und was machen so viele Vögel? Ganz schön viel Mist, oder wie der Fachmann sagt: Guano. Daher hat die Insel ihren Namen. Schon von weitem sieht man die von Guano überzogenen Felsen silbern schimmern. Eine Silberinsel eben. Einige Abenteurer glaubten jedoch der anderen Theorie der Namensherkunft. Es heißt der Pirat Francis Drake habe einen Schatz hier versteckt. Gefunden hat ihn bisher jedoch niemand.

Neben den Vögeln und dem nicht auffindbaren Schatz sind auch Echsen, baumartige Kandelaberkakteen und tropischer Trockenwald Teil der Insel, die man auf verschiedenen Wanderwegen erkunden kann.

Zum geschützten Bereich der Insel gehört auch ein Teil des Meeres. An einigen Stellen der Küste kann man schnorchelnd die Korallenriffe und die bunte Fischwelt erkunden. Natürlich nur heute nicht. Am Morgen gab es ein Gewitter, das Wasser ist zu aufgewühlt und trübe, dass man etwas sehen könnte.

Dann ist der Ausflug auch schon wieder vorbei und es geht auf die Rückfahrt. Ohje, die Rückfahrt mit dem Boot! Das hatte ich ja total verdrängt. Jetzt am späten Nachmittag ist das Meer noch unruhiger. Diesmal machen alle auf dem Boot ein ziemlich leidendes Gesicht. Sogar der Guide. Immer einen Punkt am Horizont fixieren und nicht so viel darüber nachdenken. Aber was sonst? Der Motorenlärm ist zu laut, um sich mit den anderen zu unterhalten. Und so scheint auch diese Fahrt unendlich lang.

Cuenca – kühle Schönheit

 

Wer sich für Kirchen interessiert ist in Cuenca perfekt aufgehoben. Für alle anderen ist die Stadt nur bedingt spektakulär. Nicht dass die Stadt keinen Besuch wert wäre, nur mir reichten zwei Tage vollkommen aus.

Die Altstadt ist wirklich hübsch, besser als Quito, wie ich finde. Zudem ist Cuenca die Hauptstadt der Panamahüte. Die Rohlinge werden von Frauen in den umliegenden Dörfern geflochten und in der Stadt in zahlreichen Manufakturen fertiggestellt. (siehe: „Der Panamhut – oder besser gesagt: Der Ecuadorhut“). Die Auswahl an Formen, Farben und Mustern ist unglaublich. Und wer trotzdem nicht den passenden Hut findet, sucht sich einen Rohling aus, aus dem dann der persönliche Panamahut nach Wunsch und Maß gefertigt wird. Einen Hut in Standard-Qualität gibt es ab 25 US$, in Fino-Qualität kostet ein Hut bereits um die 50 US$.

Nahe der Stadt liegt der Cajas-Nationalpark, der sehr schön sein soll, aber nur wenn es nicht regnet, wie mir ein Einheimischer versichert. Gut, dann lass ich das mal, denn es regnet die letzten Tage häufig. Überhaupt, von Regen hab ich mittlerweile genug. Es scheint fast als werde ich vom Regen verfolgt! Seit Baños fast immer Regen! Und das während der Trockenzeit! Und dazu ist es in Cuenca ziemlich kalt. So kalt, dass selbst die lokale Presse meldet, dass es für diese Jahreszeit ungewöhnlich kalt ist.

Also genug gefroren, ab geht es an die Küste!

 

Butterfahrt ecuadorianisch

Wenn einem in Ecuador nach Butterfahrt zumute ist, steigt man einfach in einen beliebigen Überlandbus ein und lässt sich überraschen welches überflüssige Produkt heute feil geboten wird.

Meist läuft das ab wie bei den einschlägigen TV-Werbe-Sendern. Der Verkäufer preist sein Produkt an ohne Luft zu holen. Selbstverständlich gibt es nur heute und in diesem Bus einen Rabatt und obendrauf nochmal einen Rabatt für die ersten 15 Käufer, also fast geschenkt.

Das können mal Glasschmucksteine inklusive Plastikbändchen sein, oder ein zweifelhaftes, aber selbstverständlich vollkommen natürliches medizinisches Produkt, begleitet von einem einstündigen Vortrag, welche Krankheiten dieses Wundermittel alle heilen kann. Wer könnte da schon nein sagen! Aufmerksam hören die Passagiere zu und es finden sich immer ein paar, die sich von der Sinnhaftigkeit des Produktes überzeugen lassen.

So funktioniert Entertainment in ecuadorianischen Bussen, denn ein DVD-Filmangebot gibt es leider nicht in allen Bussen. Oder zum Glück?