Nächste Abfahrt „Gringo-Trail“

Wie die Lemminge gehen in Arequipa alle Touristen nur den einen Weg, ins Colca-Tal. Und das obwohl es in der Umgebung auch noch andere Sehenswürdigkeiten gäbe. Die Ausflüge dorthin finden aber wegen zu wenigen Teilnehmer nicht statt, weil ja alle ins Colca-Tal wollen! So bleibt auch mir nichts anderes übrig als den Lemmingen auf den Gringo-Trail zu folgen.

Es handelt sich um eine typische Pauschal-Bustour, inklusive Vollbespaßung. Alpakas und Folklore garantiert!

Ausblick auf den Nevado Ampato

Ausblick auf den Nevado Ampato

Erst beginnt alles ganz harmlos mit einer Busfahrt von Arequipa nach Chivay. Hier und da mal ein Stopp um wilde Vicuñas oder den tollen Ausblick auf die Vulkane zu fotografieren. Aber schon bei der ersten Rast wird klar, hier bewegt sich eine Touristenkarawane verteilt auf zig Busse. Und alle mit dem exakt gleichen Programm!

Wir machen Rast an einem Restaurant im Nirgendwo um uns in einer endlosen Schlange an der Toilette anzustellen und Mate Triple gegen Höhenkrankheit zu trinken. Ein sehr leckerer Tee mit frischen Kräutern, von denen ich mir außer Coca keines merken kann.

Nächster Stopp höchster Punkt der Tour auf 4910 Meter. Toller Ausblick auf den Nevado Ampato und andere Vulkane. Jetzt heißt es sich beeilen, bevor die nächste Reisegruppe ankommt.

Markt in Chivay

Markt in Chivay

In Chivay wird die Touristenmasse in einem Restaurant mit Buffet verköstigt. Überraschenderweise sehr lecker! Im Anschluss kann man sich optional mit den anderen Touristen in den örtlichen heißen Quellen baden. Eine Besichtigung des Ortes ist nicht vorgesehen! Genau das tue ich aber und finde einen erstaunlich authentischen Ort. Es gibt einen großen Markt nur für die Einheimischen, in dem es vom Lama-Halfter über Werkzeug, Fernseher, Küchenutensilien, Spielzeug und Kleidung alles gibt. Sogar einen Friseur.

Am Abend werden wir in ein Restaurant geschleift. Eine Pizzeria! Dort findet eine Show für uns und die anderen 50 Gäste statt. Es stehen Peruaner mit Poncho und Panflöte auf der Bühne und zwei junge Einheimische führen in bunten Trachten Tänze vor. Fast fremdschämen muss ich mich als Touristen in den Tanz mit einbezogen werden und am Ende die Tänzer erst gehen gelassen werden, nachdem die komplette Touristenschar ein Foto mit ihnen gemacht hat. Und das gleiche spielt sich beim zweiten und dritten Tanz nochmal ab!

Am nächsten Morgen geht es weiter in Richtung Colca-Schlucht. Der zweit- oder dritttiefsten Schlucht der Welt. Die Informationen sind da unterschiedlich. An ihrem tiefsten Punkt ist sie vier Kilometer tief.

Aber da kommen wir nicht hin. Wer werden nur zum Cruz del Condor am Anfang der Schlucht gekarrt. Unterwegs müssen wir in einem Dorf anhalten, auf dessen Platz am Morgen ein kleiner Markt nur für die Touristen stattfindet und die Kinder bevor sie zur Schule gehen für die Touristen tanzen. Auf dem weiteren Weg stehen Frauen mit ihren Alpakas am Straßenrand und warten darauf von den Touristen fotografiert zu werden.

Cruz del Condor

Cruz del Condor

Am Cruz del Condor können wir dann mit Millionen anderer Touristen die Kondore beobachten, die dort die morgendliche Thermik nutzen, um sich elegant in die Lüfte zu schwingen. Spiralförmig steigen sie immer höher und höher. Ein echt beeindruckendes Schauspiel.

Colca-Tal

Colca-Tal

Auf dem Rückweg springen wir an jedem Aussichtspunkt aus dem Bus, wo wir schon von den einheimischen Frauen erwartet werden und ihre bunten Deckchen und Täschchen kaufen sollen.

Schön einfach war es, auf dem Gringo-Trail zu reisen. Einfach einsteigen und gut. Aber schöner wäre es wirklich ohne das ganze touristische Brimborium gewesen.

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