Was ist eigentlich eine Harpyie?

Harpie Féroce (Harpia harpyja)Harpyie? Ja, hab ich schon mal gehört. War das nicht was von den alten Griechen? Genau, es sind vogelähnliche Dämonen mit einem Greifvogelkörper und einem Frauenkopf.

Irgendein gebildeter Entdecker Südamerikas hat sich wohl beim Anblick des großen Greifvogels an diese Wesen erinnert gefühlt. Die Harpyien gehören mit einer Körperlänge von bis zu einem Meter und einer Flügelspannweite von bis zu zwei Metern zu den größten Greifvögeln. Sie leben in den tropischen Wäldern Mittel- und Südamerikas. Trotz ihrer Größe sind sie sehr wendige Jäger, die Geschwindigkeiten von 60 bis 80 Kilometer pro Stunde erreichen können. Und große Vögel brauchen selbstverständlich auch große Nahrung. Sie jagen hauptsächlich Faultiere und Affen.

Echt beeindruckend, wie ich finde!

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Tierdokuserie Big Five Südamerika

Verflixt und zugenäht! Da kommt mal etwas gutes im Fernsehen und ich hätte es fast verpasst! Aber ein Glück gibt es Internet.

Arte zeigte diese Woche eine tolle Tierdoku über fünf seltene und für Südamerika charakteristische Tierarten. Eine Folge steht noch aus heute Abend über den Ameisenbär. Aber zum Glück wird die Serie wiederholt und ist auch im Internet zu sehen.

Sendetermine Big Five Südamerika auf ARTE:

Teil 1- Die Anakonda: 27. Februar 2012 18.25 Uhr, 05. März 2012 13.30 Uhr

Teil 2 – Der Jaguar: 28. Februar 2012 18.25 Uhr, 06. März 2012 13.30 Uhr

Teil 3 – Der Andenbär: 29. Februar 2012 18.25 Uhr, 07. März 2012 13.30 Uhr

Teil 4 – Der Riesenotter: 01. März 2012 18.25 Uhr, 08. März 2012 13.30 Uhr

Teil 5 – Der Ameisenbär: 24. Febuar 2012 19.30 Uhr, 02. März 2012 18.25 Uhr, 09. März 2012 13.30 Uhr

 

Big Five Südamerika (1/5) – videos.arte.tv.

Was ist eigentlich ein Trogon?

Schon mal von einem Trogon gehört?

Klingt wie der Name des Bösewichts aus einem Fantasyabenteur, der „dunkle Trogon“ oder so ähnlich. Es könnte aber auch ein neues Medikament mit schlimmen Nebenwirkungen sein.

Aber nein, weit gefehlt! Es handelt sich um eine buntgefiederte Vogelart, die in tropischen Wäldern vorkommt. Also wer denkt sich immer diese furchtbaren Namen für so hübsche Tiere aus?

Übrigens, auch der Quetzal, der Nationalvogel Guatemalas, gehört zu der Familie der Trogone.

Auf dem Bild unten ist ein Schwarzschwanztrogon aus Panama zu sehen.

Black-Tailed Trogon

Nicht von dieser Welt – Brüllaffen

Keinesweg zu unrecht tragen die Brüllaffen ihren Namen. Noch in drei Kilometer Entfernung kann man dieses eigenartige Geräusch, das nicht von dieser Welt zu sein scheint, noch hören!

Als ich es zum ersten Mal im Regenwald hörte, hab ich echt ein wenig Angst gekriegt! Ein Geräusch das sich absolut nicht einordnen lässt. Ist es ein riesiges furchteinflößendes Monster? So was wie der Schwarze Nebel bei „Lost“? Ohje, zu viel Fernsehn geschaut! Nein, sagt der Verstand dann, Monster gibt es nicht. Was dann? Baumaschinen? Mitten im Regenwald? Wohl eher nicht. Eine große Raubkatze? Das wär aber auch nicht besser als ein Monster! Eine vernünftige Erklärung muss her. Zum Glück weiß jemand Bescheid und kann mich aufklären. Und dann die Erleichterung, es sind nur Brüllaffen.

Aber hört selbst. Die sind echt der Brüller, diese Brüllaffen!

Nicht nur im Zoo zu Hause – der hellrote Ara

Jeder kennt ihn aus dem Zoo, den hellroten Ara. In Costa Rica wird er „lapa roja“ genannt, im englischen Sprachraum heißt er „scarlet macaw“.

Mit bis zu 90 cm Länge gehört er zu den größten Papageien. In Costa Rica gehört er leider zu den gefährdeten Arten. Trotzdem kann man hier und da kleinere Gruppen durch die tropischen Wälder fliegen sehen. Und das ist eindeutig viel cooler als diesen hübschen großen Vogel eingesperrt in einem Zookäfig zu betrachten!

Montones Regen in La Fortuna

Ankunft in La Fortuna beim Vulkan Arenal. Es regnet, nein, es schüttet. Es regnet Bindfäden! Es gießt wie aus Eimern! Die Wolken hängen tief, genauso wie meine Stimmung.

Nach drei Wochen strahlendem Sonnenschein und unglaublicher Hitze hatte ich vollkommen vergessen, dass es hier auch tropischen Regenwald gibt. Und der heißt so, weil? Richtig. Weil es ständig regnet.

Nützt nix, abwarten und Kaffee trinken, auf besseres Wetter hoffen und einen guten Plan für den nächsten Tag schmieden.

Neuer Tag, neues Wetter. Es regnet zumindest nicht mehr. Die Wolken hängen auch nicht mehr ganz so tief. Und auf geht es zu einer Touri-Ausfahrt ins Sumpfgebiet Caño Negro, weit im Norden, an der Grenze zu Nicaragua. Eine Fahrt von fast zwei Stunden.

Die rote Erde, die hier und da zwischen dem dichten Bewuchs hindurch funkelt, betont das ohnehin schon saftige Grün. Wir passieren riesige Ananas- und Zuckerrohrfelder. Ananas soweit das Auge reicht! Da fällt mir das spanische Wort montón ein. Ich liebe dieses Wort. Im Wörterbuch wird es mit Haufen übersetzt. Aber das wird diesem Wort in keinster Weise gerecht. Es wird verwendet, um unglaublich große Mengen von irgendwas zu beschreiben. Und das Beste, es gibt einen Plural, anders als Haufen, der bleibt immer gleich. Ein Haufen, zwei Haufen. Aber ein montón, zwei montones. Ich finde montón klingt nach einer riesigen Menge. Und es klingt auch besser als „ein Haufen Ananas“. Also, entlang der Straße gibt es Ananas und Zuckerrohr, und zwar montones!

Und neben den montones Ananas und Zuckerrohr warten riesige Lastwagen Marke USA darauf mit den montones beladen zu werden. Ich nehme an, das ist auch der Grund, warum die Straße durchgängig asphaltiert ist.

Am Ziel angekommen, werden wir nach einem kurzen Snack und Kaffee (im Preis inbegriffen, sowie das Mittagessen) auf Ausflugsboote verfrachtet. Überraschung! Ich dachte eigentlich, ich hätte eine Kanu-Tour gebucht. Hab ich da was falsch verstanden? Naja, ganz cool ist die Bootsfahrt auf dem Río Frío dann trotzdem.

Wir sehen unglaublich viele Tiere. Kaimane, die faul am Ufer rumliegen. Schlangenvögel, eine Art Kormoran, die ihr nasses Gefieder in der Sonne trocknen. Ja, es scheint die Sonne hier! Brüllaffen, die faul in den Bäumen abhängen. Gut getarnte Fledermäuse, die an einem Baum hängend schlafen. Irgendwie scheinen alle das süße Nichtstun zu genießen! Nur die Vögel und Schmetterlinge fliegen geschäftig umher.

Auf der Rückfahrt, vorbei an den montones, dann plötzlich „Vulkan, Vulkan!“. Das erste Mal sehen wir den Vulkan Arenal. Die Wolken haben sich mehrere Etagen nach oben verzogen und freudig erregt planen wir schon die nächtliche Besichtigung des Lava-Flusses.

Lange währt die Freude nicht. Es beginnt wieder zu regnen. Ich stehe wieder am Anfang. Abwarten und Cocktails trinken, auf besseres Wetter hoffen und einen guten Plan für den nächsten Tag schmieden.