TV-Doku: Zwischen Anden und Amazonien

Zusammen mit den SPIEGEL-TV-Autoren Kirsten Hoehne und Jens Nicolai hat die ZDF-Journalistin Marietta Slomka eine zweiteilige TV-Doku über sechs Länder Südamerikas gedreht.

Heute wird der 2. Teil um 20.30 Uhr im ZDF ausgestrahlt.

Und wer den 1. Teil so wie ich verpasst hat, es gibt beide Teile auch in der ZDF-Mediathek.

Zwischen Anden und Amazonien – Teil 1

Zwischen Anden und Amazonien – Teil 2

Salsa – Klang der Karibik

Am Besten gleich auf Play drücken und während dem Lesen Salsa-Musik genießen!

Eines Tages lieh mir eine Bekannte eine CD, die ihr ein Freund aus Venezuela mitgebracht hatte. Sie trug den Titel „Las Mejores Salsas“. Gespannt legte ich die CD ein und vom ersten Takt an ergriff mich der lateinamerikanische Rhythmus. Aber ich und tanzen? Naja, ich bin da eher der Headbanger.

Wie tanzt man überhaupt Salsa? Salsa – das einzige was mir dazu einfiel, waren verzweifelte Single-Männer, die versuchen in einem Salsa-Tanzkurs eine Frau abzuschleppen. Das konnte jedenfalls nicht meine einzige Assoziation zu Salsa bleiben, also beschloss ich etwas zu recherchieren und mal schnell einen Blogartikel zu schreiben. Schnell?! Kurz gegoogelt und ich stellte fest, Salsa ist eine riesige Bewegung. Überall Festivals, Konzerte, Internetforen, Tanzkurse, ja sogar Salsa-Reise gibt es.

Die meisten glauben vermutlich Salsa kommt aus Kuba oder sonst einem Land der Karibik. Tatsächlich spielte das New Yorker Plattenlabel Fania eine große Rolle in der Geschichte der Salsa-Musik. Vorläufer waren der Boogaloo, ein Mix aus lateinamerikanischen Rhythmen und Rockmusik, und der Latin Jazz. Als Pionier und Wegbereiter gilt Eddie Palmieri. Er gründete 1963 die Gruppe La Perfecta. Sie spielten nicht mehr in den Tanzpalästen wie die großen Charanga-Orchester, sondern in kleinen Clubs und Bars. 1964 gründete dann Johnny Pacheco das Plattenlabel Fania in New York. Sie produzierten Schallplatten und Filme, organisierten Konzerte und machten den neuen Musikstil Salsa bekannt.
Auch heute ist New York immer noch ein Zentrum der Salsa-Musik. Zu einer weiteren wichtigen Salsa-Metropole hat sich Barranquilla in Kolumbien entwickelt. In der viertgrößten Stadt des Landes wird jährlich der zweitgrößte Karneval der Welt gefeiert. Die UNESCO hält den Karneval von Barranquilla sogar für so wichtig, dass sie ihn in die Liste des mündlichen Weltkulturerbes aufgenommen hat und damit wäre der Karneval sicher eine eigene Geschichte wert. Also wieder zurück zum Thema, denn während des Karnevals findet auch ein Salsa-Wettbewerb statt.

Nach Deutschland kam der Salsa in den 1980er Jahren mit in US-amerikanischen Kasernen stationierten Puerto-Ricanern. Seit dem versuchen wir, mehr oder weniger erfolgreich, unsere steifen deutschen Hüften im Takt des Salsa zu schwingen.

Im Salsa-Tanz vermischten sich afro-karibische und europäische Tanzstile. Seinen Ursprung fand der Salsa-Tanz vermutlich, als Ende des 18. Jahrhunderts französische Plantagenbesitzer nach einem Aufstand in Haiti nach Kuba fliehen mussten. Ihre Sklaven ließen sie selbstverständlich nicht zurück. Und so konnten sich auf Kuba die afrikanischen Trommel- und Tanztraditionen der Sklaven mit der Gitarrenmusik der spanischen Farmer vermischen. Ein neuer Tanzstil war geboren.

Mit der Entwicklung der Salsa-Musik fand auch eine Entwicklung des Tanzes statt. Tanzschulen prägten verschiedene Stile. Für mich als absoluter Tanz-Dilettant beginnt es nun kompliziert zu werden. Ich hatte immer die Vorstellung Tanzen würde Menschen ohne Sprache verbinden. Ich dachte Tanzen sei universell. Man müsste nur irgendwo auf der Welt mal einen Tanzkurs machen und die Standard-Tänze erlernen und könnte dann mit jedem x-beliebigen Menschen weltweit tanzen, ohne auch nur ein Wort zu sprechen. Und jetzt gibt es verschiedene Stile?
Gut, es gibt also vier Hauptstile. Da wäre der New York Style und der Los Angeles Style, die sich nur wenig unterscheiden. Deutlich anders ist der in Lateinamerika am weitesten verbreitete Cumbia Style mit seiner charakteristischen offenen Tanzhaltung und einhändiger Führung. Der vierte ist der Cuban Style, der sich für mich als Tanzlaie am verrücktesten anhört. Wikipedia beschreibt das so: „… darüber hinaus bestimmen Wickelfiguren und die dominante Führung des Mannes das Tanzbild.“ Ach herrje! Wickelfiguren?!

Ich werde wohl doch lieber von einem Salsa-Tanzkurs absehen und mich aufs Salsa-Musik hören beschränken!

Links zum Thema:

salsamag.de – vierteljährlich erscheinendes E-Magazin, alles rund um die Salsa-Szene

salsacard.de – Salsa-Guide mit Veranstaltungstipps, neue Musik, Clubs und Tanzschulen, Reisen; auch nach Städten geordnet

Musik im Web – laut.fm/salsaradio

Was ist eigentlich eine Harpyie?

Harpie Féroce (Harpia harpyja)Harpyie? Ja, hab ich schon mal gehört. War das nicht was von den alten Griechen? Genau, es sind vogelähnliche Dämonen mit einem Greifvogelkörper und einem Frauenkopf.

Irgendein gebildeter Entdecker Südamerikas hat sich wohl beim Anblick des großen Greifvogels an diese Wesen erinnert gefühlt. Die Harpyien gehören mit einer Körperlänge von bis zu einem Meter und einer Flügelspannweite von bis zu zwei Metern zu den größten Greifvögeln. Sie leben in den tropischen Wäldern Mittel- und Südamerikas. Trotz ihrer Größe sind sie sehr wendige Jäger, die Geschwindigkeiten von 60 bis 80 Kilometer pro Stunde erreichen können. Und große Vögel brauchen selbstverständlich auch große Nahrung. Sie jagen hauptsächlich Faultiere und Affen.

Echt beeindruckend, wie ich finde!

Tierdokuserie Big Five Südamerika

Verflixt und zugenäht! Da kommt mal etwas gutes im Fernsehen und ich hätte es fast verpasst! Aber ein Glück gibt es Internet.

Arte zeigte diese Woche eine tolle Tierdoku über fünf seltene und für Südamerika charakteristische Tierarten. Eine Folge steht noch aus heute Abend über den Ameisenbär. Aber zum Glück wird die Serie wiederholt und ist auch im Internet zu sehen.

Sendetermine Big Five Südamerika auf ARTE:

Teil 1- Die Anakonda: 27. Februar 2012 18.25 Uhr, 05. März 2012 13.30 Uhr

Teil 2 – Der Jaguar: 28. Februar 2012 18.25 Uhr, 06. März 2012 13.30 Uhr

Teil 3 – Der Andenbär: 29. Februar 2012 18.25 Uhr, 07. März 2012 13.30 Uhr

Teil 4 – Der Riesenotter: 01. März 2012 18.25 Uhr, 08. März 2012 13.30 Uhr

Teil 5 – Der Ameisenbär: 24. Febuar 2012 19.30 Uhr, 02. März 2012 18.25 Uhr, 09. März 2012 13.30 Uhr

 

Big Five Südamerika (1/5) – videos.arte.tv.

2011 – Viva Latinoamérica Jahresrückblick

Die WordPress.com Statistikelfen fertigten einen Jahresbericht dieses Blogs für das Jahr 2011 an.

Hier ist eine Zusammenfassung:

Eine Cable Car in San Francisco faßt 60 Personen. Dieses Blog wurde in 2011 etwa 1.900 mal besucht. Eine Cable Car würde etwa 32 Fahrten benötigen um alle Besucher dieses Blogs zu transportieren.

Klicke hier um den vollständigen Bericht zu sehen.

Feliz Navidad – Weihnachten in Lateinamerika

Wiedermal nichts mit „weißer Weihnacht“! Aber wozu auch, bei diesem nass-kalten Schmuddelwetter in Deutschland, wäre man doch sowieso gerne im warmen Süden. Nun, vielleicht wenigstens in Gedanken.

Wie wäre es also wenn wir zur Weihnachtszeit in Lateinamerika wären? Definitiv wärmer!

In Argentinien fällt Weihnachten mitten in den Sommer. Selbstverständlich ein prima Anlass für ein Grillfest.

In Chile trinkt man statt Glühwein, Cola de Mono. Ein kalt serviertes Getränk mit Milch, Kaffee, Schnaps und weihnachtlichen Gewürzen. Es gibt unzählige Rezeptvarianten, zwei davon hier: Kochmeister.de und maya-culture.de. Ich denke, ich werde dazu mal einen Selbstversuch durchführen.

piñata before

In Mexiko gibt es statt der Adventssonntage, die sogenannten Posadas. Sie beginnen am 16. Dezember und enden am 24. Dezember. Sie stellen die Herbergssuche von Maria und Joseph dar. Wer es genauer wissen will, Wikipedia weiß (fast) alles! Und was passiert da? Es werden Weihnachtslieder gesungen, auf die Piñata geschlagen und Ponche de Frutas getrunken, ein warmer Punsch mit Alkohol. Ein Rezept gibt es hier bei tacoweb.de.

Gut, gedanklich befinden wir uns mittlerweile also bei einem argentinischen Asado und halten einen Cola de Mono in der Hand, während uns die Sonne ins Gesicht strahlt hören wir im Hintergrund – na was wohl – Weihnachtslieder. Aber wie klingen in Lateinamerika die Weihnachtslieder? So ruhig und besinnlich wie bei uns? Das kann ich mir nicht vorstellen! Aber hört selbst.

Villancicos – Weihnachtslieder in Mexiko:

In Argentinien:

In diesem Sinne: Feliz Navidad!

Schwere Unwetter in Mittelamerika

Kaum beachtet von den hiesigen Medien wurden bisher die schweren Unwetter in Mittelamerika.

Seit über einer Woche gehen heftige Regenfälle über ganz Mittelamerika nieder. Durch Erdrutsche und Schlammlawinen kamen bisher fast 100 Menschen ums Leben. El Salvador, Guatemala, Honduras und Nicaragua haben den Notstand ausgerufen.

Artikel aus taz.de vom 18.10.2011: www.taz.de/Folgen-des-Klimawandels

Vulkane Mittelamerikas

Vulkane faszinieren. Sie zeigen uns die gewaltigen Kräfte, die unsere Erde geformt haben. Manche sind schon vor langer Zeit erloschen, manche noch äußerst aktiv. Sie zeigen uns wie fragil unser Leben ist. Vulkanausbrüche lassen ganze Inseln explodieren und machen ganze Siedlungen dem Erdboden gleich oder können mit ihren gigantischen Aschewolken den Flugverkehr für Tage lahmlegen.

Vulkane faszinieren uns wegen ihrer perfekten Kegelform, womöglich noch mit einer weißen Schneekappe verziert. Vulkane faszinieren uns, weil wir sie nicht kontrollieren können.

Der pazifische Feuergürtel umspannt nahezu den ganzen Pazifischen Ozean von Neuseeland über Japan und der Westküste des Amerikanischen Kontinents. Eine 1500 km lange Kette von Mexiko bis Panama ist Teil davon. Allein in Mittelamerika gibt es um die 30 aktive Vulkan.

Einige von ihnen liegen in äußerst reizvoller Natur. Eine Besteigung führt meist durch verschiedene Vegetationszonen. Es empfiehlt sich jedoch einen Guide anzuheuern.

Guatemala

Wohl am bekanntesten in Guatemala ist der Atitlán-See mit den beiden erloschenen Vulkanen San Pedro und Tolimán und dem schlafenden Vulkan Atitlán. Der See liegt nahe der Hauptstadt und gilt als der schönste im Land. Die Besteigung des 3020 m hohen San Pedro wird als mittelschwer eingestuft, man sollte aber unbedingt einen Guide mit nehmen.

Wer die schwierige sieben bis acht stündige Besteigung des Acatenango geschafft hat, wird mit einem wahnsinns Blick auf die Vulkane Santa María, San Pedro, Tolimán, Atitlán und Tajamulco belohnt, natürlich nur bei gutem Wetter.

Dagegen für den „normalen“ Touristen einfacher, aber nicht weniger spektakulär, ist eine Besteigung des äußerst aktiven Pacaya. Hier brodelt ständig die Lava. In knapp zwei Stunden ist man auf dem immerhin 2552 m hohen Vulkan.

El Salvador

Zwar gerade einmal so groß wie Hessen, und damit das kleinste Land in Mittelamerika, besitzt El Salvador immerhin fünf aktive beziehungsweise schlafende Vulkane.

Touristisch ist El Salvador noch ein Geheimtipp, obwohl es seinen Nachbarländern in nichts nachsteht. Sonne, Strand und tolle Surfspots. Einige alte Mayastätten. Artenreiche Natur, Nebelwälder, Seen und selbstverständlich die Vulkankette.

Die beiden aktiven Vulkane Santa Ana und Izalco sind im Parque Nacional de los Volcanes (manchmal auch Parque Nacional Cerro Verde) zu finden.

Ganz in der Nähe zur Hauptstadt San Salvador liegt der schlafende Vulkan San Salvador inmitten des wunderschönen Parque Nacional El Boquerón. Perfekt für einen Tagesauflug kann man hier auf etwa 5 km Wanderwegen sensationelle Aussichten auf den Ilopango See und die Vulkane Santa Ana und Izalco genießen.

Nicaragua

Leider ist Nicaragua nach Haiti das zweitärmste Land Lateinamerikas, dennoch reich an Vulkanen. Es wird auch das Land der Tausend Vulkane genannt. Touristisch erschlossen sind die „tausend“ Vulkane jedoch noch wenig.

Volcán Concepción - Isla Ometepe, Nicaragua

Unweit der Hauptstadt Managua befindet sich der zweite Nationalpark des Landes, der Nationalpark Vulkan Masaya. Mit mehr als 20 km Wanderwegen bietet er viele Aussichten auf die Natur mit Orchideen, Papageien, Affen und die beiden Vulkane Masaya und Nindirí.

Der Vulkan Mombacho ist zwar schon längst erloschen, ein Besuch des Reserva Natural Volcán Mombacho lohnt aber trotzdem. Hier kommen Tier- und Pflanzenfreunde voll auf ihre Kosten.

Costa Rica

Der tropische Garten Eden Costa Rica bietet nicht nur eine berauschend üppige Flora und Fauna, sondern auch einige noch aktive Vulkane. Darunter mit dem Arenal einem der zehn aktivsten Vulkane weltweit. Theoretisch kann man nach Einbruch der Dunkelheit seine glühenden Lavaströme beobachten. Leider hüllt sich der Arenal aber die meiste Zeit in ein dickes Wolkenkleid.

Eine Straße führt bis zum Gipfel des 3432 m hohen Irazú mit seinem türkisfarbenem Kratersee. Selbst Busse fahren zum Hausvulkan der Hauptstadt San José. Besuchermassen sind hier inklusive.

Ebenfalls gut zu erreichen ist der Vulkan Poás. Bei klarem Wetter hat man auf dem 2704 m hohen Vulkan eine fantastische Sicht auf der einen Seite bis zur Karibik und auf der anderen Seite bis zum Pazifik.

Im Parque Nacional Rincón de la Vieja findet man den gleichnamigen Vulkankomplex. Der Nationalpark beherbergt eine reiche Pflanzen- und Tierwelt, sowie heiße Quellen und Wasserfälle. Im Las Pailas Sektor führt ein kurzer Rundwanderweg durch ein kleines aber geothermisch besonders aktives Gebiet. Hier blubbern Schlammlöcher, es stinken und dampfen heiße Schwefelquellen und Fumarolen.

Panamá

Zu guter Letzt wartet Panamá mit einem Vulkan auf.  Mit 3474 m ist der Vulkan Barú die höchste Erhebung des Landes.  Gefahrlos kann man im gleichnamigen Nationalpark wandern, denn der Vulkan schläft schon seit einigen hundert Jahren, und mit Glück den seltenen Paradiesvogel der Maya, den Quetzal erspähen.

Volcan Baru HDR

Von Feuerland nach Tijuana – Deutsche Welle

Zum „Bicentenario“, dem 200. Jahrestag der Unabhängigkeit vieler lateinamerikanischer Staaten gibt es auf der Deutsche Welle – Homepage das Multimedia-Projekt „Von Feuerland nach Tijuana“ mit Videos, Audios und Artikeln aus fast allen Ländern Lateinamerikas. So viel Material, dass das eher was für die langen Winterabende wäre!