Schaukeln – Kubas Volkssport Nummer 1

Schaukeln – Kubas Volkssport Nummer 1

Schaukelstuhl in TrinidadWer bisher dachte Baseball sei die Sportart Nummer 1 in Kuba hat sich schwer getäuscht! Schaukeln ist der Sport an dem keiner vorbei kommt. Er wird vom jüngsten bis zum ältesten Kubaner betrieben.

Ob es Wettkämpfe gibt ist mir bisher noch nicht bekannt. Vielleicht im geheimen, vor den Augen der Touristen verborgen. Aber die dazu benötigten Sportgeräte sind überall zu sehen.

In jeder Wohnung stehen mindestens zwei Schaukelstühle. Der Schaukelsport scheint also im Einzel oder im Team als Synchron-Schaukeln oder mittels Hollywood-Schaukel als Paar-Schaukeln betrieben zu  werden. Es muss wohl auch verschiedene Klassen geben. Die Sportgeräte gibt es in Vollmetall, in Vollholz oder die moderne Variante aus Aluminium mit einer Sitzfläche aus Wäscheleinen.

Spielplatz in HolguínDie Sportgeräte für Kinder sehen wiederum etwas anders aus. Sie stehen auf den Spielplätzen zum Massentraining zur Verfügung. Es gibt sie als Einzelschaukel oder als Schiffschaukel für das Teamtraining.

Wäre Schaukeln olympische Disziplin, wären Kubaner mit Sicherheit die unangefochtenen Topfavoriten.

Sonstiges (un-)nützliches Wissen rund um den Schaukelstuhl:

Laut Wikipedia wurde der Schaukelstuhl in der Zeit der Pilgrim Fathers im 17. Jahrhundert von einer Glaubensgemeinschaft namens Shakers erfunden.

Den derzeitigen Weltrekord im Schaukelstuhl-Schaukeln hält Dennis Easterling aus Atlanta, Georgia mit 480 Stunden (http://interessante-fakten.de/2333/Schaukelstuhl-schaukeln.html)

Selbst Christian Morgenstern beschäftigte sich mit dem Schaukelstuhl und verfasste folgendes Gedicht:

Der Schaukelstuhl auf der verlassenen Terrasse

Ich bin ein einsamer Schaukelstuhl
und wackel im Winde, im Winde.

Auf der Terrasse, da ist es kuhl,
und ich wackel im Winde, im Winde.

Und ich wackel und nackel den ganzen Tag.
Und es nackelt und rackelt die Linde.
Wer weiß, was sonst wohl noch wackeln mag
im Winde, im Winde, im Winde.

Viñales

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Kuba – eine andere Welt?

Wer eine Reise nach Kuba plant, bekommt leicht den Eindruck in Kuba sei alles total anders. Als ob die größte Antillen-Insel nicht von dieser Welt sei. Und dann kommen noch die selbsternannten Spezialisten und erzählen einem von politischen Gefangenen und dass es mit der Meinungsfreiheit nicht weit her sei.

Kommt man dann endlich selbst auf der Insel an stellt man fest, Kuba ist eben doch nicht Nordkorea!

Schon die Passkontrolle bei der Einreise fällt wesentlich gelassener aus als gedacht. Nach der unbedingt notwendigen Bescheinigung über eine Auslandskrankenversicherung in spanischer Sprache, ohne die man auf gar keinen Fall ins Land kommt, frägt keiner!

2013-04-19 Santa Clara-1020203Der Straßenverkehr ist ebenso chaotisch wie in anderen lateinamerikanischen Ländern, wenn auch die Autos meist nicht mehr ganz die neusten sind. Die Taxifahrer rufen fast schon zwanghaft „Taxi, Taxi“. Auch das Kabelwirrwarr der Stromleitungen kommt mir bekannt vor. Selbst im Lärmpegel unterscheidet sich Kuba nicht von seinen lateinamerikanischen Nachbarn. Also ist Kuba doch gar nicht so anders?

2013-04-21 Trinidad-1020257Außerdem könnte man in einem Land, in dem die Menschen angeblich so furchtbar unterdrückt werden vermehrte Militär- und Polizeipräsenz vermuten. Fehlanzeige! Da war mir anderswo schon mulmiger zumute, wo bis unter die Zähne bewaffnete Polizisten durch die Städte patrouillieren.

Nein, in dem Land ist sicher nicht alles Gold was glänzt, aber ein anderer Planet ist Kuba sicher nicht! Das Handy funktioniert ganz normal, man fährt längere Strecken mit bequemen Viazul-Reisebussen, in kleinen Supermärkten bekommt man alles mit dem Peso Convertible – in den kleinen Läden können nur Kubaner mit Lebensmittelmarken einkaufen. Ja, ich hör sie schon die Kritiker: Was, Lebensmittelmarken?! Man kann sicher über die Vor- und Nachteile diskutieren, aber mir erscheint dieses System nicht schlecht, denn damit erhält jeder Kubaner eine monatliche Grundration an Nahrungsmitteln, und das würde man sich anderswo, wo Kinder unterernährt sind, sicher auch wünschen. Die Kubaner jammern natürlich, dass die Lebensmittelmarken nicht ausreichen. Nur wenn das einer der zahlreichen übergewichtigen Kubaner sagt, gewinnt diese Aussage nicht gerade an Glaubwürdigkeit. Vielleicht kompensieren die Kubaner aber auch den Mangel an Lebensmittelmarken mit dem Konsum des guten und sehr günstigen Eises, für das die Menschen stundenlang anstehen, eine Art Freizeitbeschäftigung in Kuba.

Sind nun alle überzeugt? So anders ist Kuba doch wirklich nicht. Oder etwa doch? Für Kommunikations- und Informationsjunkies ist ein mehrwöchiger Aufenthalt auf Kuba allerdings eine harte Prüfung! Die Welt könnte um mich herum untergehen, ich würde es nicht merken! In den Fernsehnachrichten wird im Wesentlichen über Kuba berichtet, vielleicht noch über Venezuela, aber das war’s dann auch. Internet gibt es zwar, aber kaum in Privathaushalten und WLAN ist sowieso vollkommen unbekannt. 2013-05-03 Havanna-1020537Bleiben nur öffentliche Internet-PCs in den staatlichen Telepuntos. Für den Internet-Zugang benötigt man dann eine spezielle Karte mit Zugangsdaten. Die wiederum kann man für 3 CUC/30 Minuten oder 6 CUC/1 Stunde in den Telepuntos kaufen. Wenn sie nicht gerade ausverkauft sind! Selbes gilt fürs Telefonieren, sofern man nicht teure Roaminggebühren mit dem Handy zahlen möchte. Man benötigt eine Karte, die es in verschiedenen Werten gibt, von 5 CUC bis 20 CUC. Die 20 CUC-Karte scheint es jedoch nur theoretisch zu geben. Und auch die anderen sind oft ausverkauft. Hat man dann endlich mal eine 15-CUC-Karte erstanden, ist sie nach einem 10-Minütigen Gespräch auch schon aufgebraucht! Somit ist das so mühsam erkämpfte Telefonat kaum billiger als mit dem Handy.

Was Telekommunikation angeht muss Kuba also doch auf einem anderen Planeten liegen. Anders sind die exorbitanten Preise nicht zu erklären. Und so investiere ich einen großen Teil meiner Reisekasse in verschiedene Kommunikationsmittel.

Eine gute Nachricht aber noch zum Schluss. Seit Juni 2013, leider nach meinem Aufenthalt, gibt es mehr Internetcafés, die Internettarife wurden gesenkt und es soll angeblich auch ein wenig schneller sein. (http://amerika21.de/2013/05/83066/kuba-internetcafes)

Bienvenidos – Vivalatinoamerica ist wieder zurück

In letzter Zeit ist es leider etwas still gewesen hier in meinem Blog. Aber ich gelobe ab sofort Besserung!

Im April bin ich dreieinhalb Wochen durch Kuba gereist. Und wie ihr in meinem nächsten Blogbeitrag erfahren werdet, ist es dort schier unmöglich zeitnah einen Blog zu schreiben.

Ich hoffe euch in nächster Zeit ein paar meiner kubanischen Geschichten hier erzählen zu können.

Vorab schon mal ein paar Impressionen von Kuba!

Kuba zwischen Traum und Wirklichkeit – der neue Vortrag von Tobias Hauser

Schon lange hatte ich mich auf den neuen Kubavortrag von Tobias Hauser gefreut. Nicht nur, weil diesen Frühling eine Reise nach Kuba ansteht, sondern weil ich seit dem ersten Kubavortrag, den ich von ihm gesehen habe, ein absoluter Fan seiner Fotografie bin.

Am 20. Januar 2013, war es dann endlich soweit, sein neuer Kubavortrag „Kuba zwischen Traum und Wirklichkeit“ feierte in der Stadthalle Waldshut Premiere. Und wie es zu einer waschechten Premiere gehört, passierte auch die eine oder andere kleinere Panne. So etwas kann einen Profi wie Tobias Hauser jedoch nicht wirklich aus dem Konzept bringen. Gekonnt, mit viel Charme und Witz, macht er auch aus einer Panne noch das Beste. Und weiter geht die spannende Show.

Er erzählt die spannenden Geschichten eines alten Ehepaars, das vier Zwillingspaare großgezogen hat und trotzdem das Lachen nicht verlernt hat, oder die eines gealterten kubanischen Machos, der sich wie ein Kind über kleine blaue Pillen freut. Oder die Geschichte des einzigen Atomkraftwerks auf Kuba, das jedoch nie in Betrieb genommen wurde.

Es ist vor allem die Art, wie er Menschen porträtiert und ihre Geschichten erzählt, die fasziniert. Es sind Geschichten von ganz normalen Menschen, mitten aus dem Alltag erzählt. Man bekommt das Gefühl, Kubaner sind ein äußerst lustiges Völkchen, immer ein herzhaftes Lachen oder ein schelmisches Lächeln im Gesicht.

Nach rund zwei Stunden wunderbarer Kuba-Fotos, und ich könnte noch länger zuschauen, bin ich nun perfekt auf meine eigene Kuba-Erfahrung eingestimmt und kann es eigentlich kaum noch erwarten!

Mehr über den Vortrag auf Tobias Hausers Homepage.

Weitere Termine: www.tobias-hauser.de/termine/