Machu Picchu – Treppen rauf, Treppen runter

Aguas Calientes & Rio UrubambaWie die meisten anderen Touristen reise ich einen Tag vor dem Besuch der Inkazitadelle Machu Picchu nach Aguas Calientes an. Mit dem Zug. Denn motorisiert kann man den kleinen Ort im Urubamba-Tal immer noch nur per Schmalspurbahn erreichen. Und zwar mit einem der wackeligsten Züge überhaupt. Da kommt sowas wie Nostalgie-Feeling auf. Könnte sein, dass er deswegen auch so teuer ist. Für die 28 Kilometer von Ollantaytambo nach Aguas Calientes und zurück bezahlt mal bei Inca-Rail ungefähr 104 US$. Oder wird der Zug vielleicht in Stunden Fahrzeit bezahlt? Für die kurze Strecke benötigt die Schmalspurbahn eineinhalb Stunden! Ein Getränk und ein kleiner Snack sind immerhin inklusive. Man muss die Gäste ja bei Laune halten!

Angekommen in Aguas Calientes wird man vom Bahnhof direkt in das Labyrinth des Touristenmarktes geleitet. Konsum lautet die Devise! Aber Hilfe! Wie komm ich hier raus? Ich will nichts kaufen! Gemeinsam mit anderen Touristen schaffe ich es aus der indigenen Markthölle zu entfliehen und kann unbeschadet erst einmal mein Zimmer beziehen.

Gleich mache ich mich auf Besichtigungstour. Aber obwohl ich mich zurück in den Touristenmarkt traue, bin ich nach eineinhalb Stunden mit allem durch. Und noch so viel Zeit bis zum Abendessen! Laaangweiliiig! Ein Glück, in meiner Unterkunft gibt es schnelles Internet. Die Rettung!

Fußweg nach Machu PicchuFrüh um Sechs am nächsten Morgen, es ist gerade hell, mache ich mich total beschwingt auf den Weg nach Machu Picchu. Ist doch Ehrensache, dass ich hoch laufe und nicht den überteuerten Touristenbus nehme. So weit ist der Weg ja auch nicht, etwa eineinhalb Stunden. Eine halbe Stunde im Tal und dann die letzten zwei Kilometer den Berg rauf.

Nach gerade mal einem Viertel der Strecke bergauf möchte ich laut Fluchen, wenn ich nur nicht so außer Atem wäre! Verdammt steil diese Treppen. Und so blöde unterschiedlich hohe Stufen. Ich bin jetzt schon total kaputt und der größte Teil liegt jedoch noch vor mir. Mit meiner Fitness ist es wohl doch nicht so weit her! Ein paar Stufen weiter treffe ich auf zwei Mädels, die bereits aufgegeben haben und jetzt versuchen den Bus anzuhalten. Ich ziehe es durch! Mittlerweile weiß ich, dass man auf diesen zwei Kilometern etwa 500 Höhenmeter macht.

Machu PicchuEndlich oben angekommen heißt es dann noch kurz anstehen und dann ist es soweit, ich betrete Machu Picchu. In Echt ist es doch noch viel beeindruckender als auf dem einen Foto das jeder kennt. Wahnsinn! Erstmal steht natürlich das obligatorische Selfie vor der atemberaubenden Kulisse auf dem Programm und dann gemütlich über das Gelände schlendern. Oh nein, schon wieder Treppen rauf!

Ruinen von Machu PicchuNach vier Stunden habe ich das Gefühl so ziemlich alle Mauern, Steine, Terrassen, Tempel und Kanäle gesehen zu haben. Zudem sind jetzt auch immer mehr Menschen auf dem Gelände. Also mache mich auf den Rückweg.

NebelwaldEine Mischung aus Übermut, Geiz und der Aussicht auf ein paar hübsche Fotos im Nebelwald lassen mich doch den Rückweg zu Fuß über die Treppen antreten. Dieser Übermut wird vermutlich mit einem ordentlichen Muskelkater belohnt. Aber schließlich tue ich ja etwas für die Fitness!