Cuenca – kühle Schönheit

 

Wer sich für Kirchen interessiert ist in Cuenca perfekt aufgehoben. Für alle anderen ist die Stadt nur bedingt spektakulär. Nicht dass die Stadt keinen Besuch wert wäre, nur mir reichten zwei Tage vollkommen aus.

Die Altstadt ist wirklich hübsch, besser als Quito, wie ich finde. Zudem ist Cuenca die Hauptstadt der Panamahüte. Die Rohlinge werden von Frauen in den umliegenden Dörfern geflochten und in der Stadt in zahlreichen Manufakturen fertiggestellt. (siehe: „Der Panamhut – oder besser gesagt: Der Ecuadorhut“). Die Auswahl an Formen, Farben und Mustern ist unglaublich. Und wer trotzdem nicht den passenden Hut findet, sucht sich einen Rohling aus, aus dem dann der persönliche Panamahut nach Wunsch und Maß gefertigt wird. Einen Hut in Standard-Qualität gibt es ab 25 US$, in Fino-Qualität kostet ein Hut bereits um die 50 US$.

Nahe der Stadt liegt der Cajas-Nationalpark, der sehr schön sein soll, aber nur wenn es nicht regnet, wie mir ein Einheimischer versichert. Gut, dann lass ich das mal, denn es regnet die letzten Tage häufig. Überhaupt, von Regen hab ich mittlerweile genug. Es scheint fast als werde ich vom Regen verfolgt! Seit Baños fast immer Regen! Und das während der Trockenzeit! Und dazu ist es in Cuenca ziemlich kalt. So kalt, dass selbst die lokale Presse meldet, dass es für diese Jahreszeit ungewöhnlich kalt ist.

Also genug gefroren, ab geht es an die Küste!

 

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Geheimnisvoller Cotopaxi

Der Vulkan Cotopaxi hat es mir nicht leicht gemacht. Er ist mit 5897 Meter zwar nicht der höchste Vulkan Ecuadors, mit seiner fast perfekten konischen Form und seiner weißen Kappe aber das Wahrzeichen Ecuadors schlechthin. Und obendrein ist er für jedermann relativ leicht zugänglich. Von einem Parkplatz auf 4500 Meter läuft man 300 Höhenmeter einen steilen Weg über feinen Vulkanschotter zum Refugio José Rivas.

Soweit so gut. Tagesausflüge zum Cotopaxi kann man von Quito oder Latacunga aus organisieren. Nun, zumindest in der Theorie. Bei meinem ersten Versuch kam ich sonntags in Quito an und wollte gleich am Montag zum Cotopaxi. Ein vollkommen unmögliches Unterfangen, denn das ansonsten so laute Quito wird sonntags zur Geisterstadt. Alles hat geschlossen. Gut, dann halt am Dienstag. Aber auch das sollte nicht sein, denn am Montag hat mich ein Fieber dahingerafft.

Nächster Versuch eine Woche später von Latacunga aus. Aber auch hier stand es Spitz auf Knopf. Denn eine Tour zu finden war gar nicht so einfach. Die Ausflüge werden normalerweise erst ab zwei Personen durchgeführt, ich war diesmal alleine und scheinbar auch der einzige Tourist in Latacunga, der zum Cotopaxi wollte! Schlussendlich hat sich doch einer erbarmt und für mich alleine die Tour gemacht, mir dafür aber auch 10 US$ mehr abgeknöpft.

Wenigstens sieht das Wetter an diesem Morgen etwas besser aus als einen Tag zuvor. Zwar noch bewölkt, aber hier und da schaut schon der blaue Himmel durch.

Erste Teepause ist am Museum im Nationalpark, das derzeit jedoch wegen Renovierung geschlossen ist. Dafür gibt es auf mittlerweile 3600 Meter Höhe einen leckeren Coca-Tee.

Dann geht es auch schon hoch hinauf zum Parkplatz. Der Guide schmeißt mich dort bei heftigem Wind und Graupelschauer raus. Der Graupel lässt zwar nach einer Weile nach, der Wind jedoch nicht! So richtig Spaß macht das gerade nicht! Ein wenig komme ich mir vor wie Reinhold Messner, der den Mount Everest besteigt. Nach einer dreiviertel Stunde ist es dann geschafft, ich bin am Refugio José Rivas auf 4810 Meter angelangt. Neuer persönlicher Höhenrekord! Drinnen erwartet mich ein heißer Tee bevor es wieder an den Abstieg geht. Als ich wieder aus der Hütte komme, schneit es heftig und der Gipfel, gut 1000 Meter über mir ist immer noch in dichte Wolken gehüllt.

Nun ja, vielleicht lichten sich die Wolken ja noch, denke ich mir auf der Fahrt zur Lagune. Aber auch während dem etwa einstündigen Spaziergang rund um die Lagune will sich der Cotopaxi nicht voll und ganz zeigen. Macht aber nichts, denn der Weg um die Lagune ist mit vielen bunten Blümchen gesäumt und in der Lagune tummeln sich eine Schar Vögel. Also was soll’s, es war trotzdem ein schöner Tag und ich war immerhin auf dem Cotopaxi. Dann kauf ich mir eben eine schöne Postkarte, wenn es mit einem eigenen Foto von dem schönen Vulkan nichts wird.

Naturschauspiel Perito Moreno Gletscher – der große Abbruch 2012

In regelmäßigen Abständen blockiert der bekannte Perito Moreno Gletscher in argentinischen Patagonien einen Nebenarm des Lago Argentinos.

Der Perito Moreno Gletscher ist Teil des Campo de Hielo Sur, ein riesiges kontinentales Gletschergebiet in Patagonien. Trotz Klimaerwärmung befindet sich der Gletscher noch in einem fragilen Gleichgewicht und schiebt sich jeden Tag etwa einen Meter ins Tal. Daher trifft er alle paar Jahre auf das gegenüberliegende Ufer und blockiert damit den Brazo Rico, einen Nebenarm des Lago Argentinos. Der Wasserspiegel steigt dadurch an und irgendwann kann die Eismasse dem Druck nicht mehr standhalten und bricht unter großem Getöse in sich zusammen.

Das Spektakel lockt jedes Mal tausende Touristen an, nur dieses Mal hat der Gletscher keine Rücksicht auf die Touristen genommen und brach fast unbemerkt in der Nacht zum 4. März 2012 zusammen.

Bilder vom 2. März 2012:

Und so sah der letzte Abbruch 2008 aus:

Bittersüßes Bariloche

Über die legendäre Ruta 40 erreiche ich nach zwei langen Tagen Busfahrt von El Chaltén endlich San Carlos de Bariloche.

Die legendäre Ruta 40. Sie führt entlang der Anden von Nord nach Süd durch ganz Argentinien. Teilweise asphaltiert, überwiegend jedoch Schotterpiste. Warum aber legendär? Das erschließt sich mir auch nach zwei Tagen im Bus nicht. Vielleicht legendär langweilig? Von El Chaltén bis Esquel ändert sich die Landschaft praktisch nicht. Immer die selbe karge, weitgehend topfebene, Einöde. Doch plötzlich fahren wir zwischen hoch aufragenden Bergen. Bäume säumen die Hänge. Dann endlich Bariloche. Malerisch liegt es am Nahuel Huapi See, umrundet von Bergen. Und es ist grün.

Mein Hostel, das Hostel Inn, liegt ein wenig am Berg, zwar mühsam zu erklimmen mit dem schweren Reisegepäck, der Panoramablick von der Terrasse über den See und die Stadt ist aber kaum zu überbieten.

Hier gibt es viel zu tun und zu erleben. Ich komme kaum noch mit, als mir die nette Frau vom Hostel alles erklärt. Mag aber auch an ihrem rasanten spanischen Redefluss gelegen haben.

Unbedingt probieren muss man hier die Schokolade. In der Schokoladen-Hauptstadt des Landes gibt es unzählige Geschäfte, große und kleine. Ich frage mich nur, wenn die Schokolade tatsächlich so toll ist, warum gibt es dann in jedem Supermarkt Toblerone?

Um die überflüssigen Kalorien wieder los zu werden, hat man dann die Qual der Wahl. Kajak fahren auf dem See. Je nach Wind und Wellengang vielleicht nicht unbedingt empfehlenswert. Rafting bis zur chilenischen Grenze, Reiten oder Wandern im Nationalpark Nahuel Huapi. Oder eine kleine Fahrradtour auf dem Circuito Chico, eine kleine Schleife entlang des Sees, mal bergauf, mal bergab. Lediglich 27 km, das kann jeder schaffen. Und Radeln, das ist sowieso mein Metier!

Gesagt, getan. Mit dem Bus geht es bis Kilometer 18,3, dort ist der Fahrradverleih „Circuito Chico Mountain Bike“. Zum Fahrrad mit Helm gibt es auch eine Karte dazu, damit wir auch wissen, wo es was zu sehen gibt, denn verfahren kann man sich nicht, es gibt nur die eine Straße. Der Mann vom Fahrradverleih erklärt uns noch was für ein wahnsinns Glück wir haben. Heute ist Markt in der Colonia Suiza, ein kleines Dorf, von Schweizern gegründet. Es soll angeblich wie ein Schweizer Bergdorf aussehen. Na, da sind wir ja mal gespannt! Die Colonia Suiza ist auch gleich der erste Stopp, also gehen wir mal auf Erkundungstour des unbekannten schweizer Überseedepartements. Auf dem Markt finden wir Schweizer Torte, die eigentlich wie eine Schwarzwälder Torte aussieht. Aber immerhin, einige der Häuser sehen tatsächlich ein klein wenig nach schweizer Bergdorf aus. Das Dorf ist winzig, so sind wir mit erkunden schnell fertig und schwingen uns wieder auf die Räder, weiter auf den Circuito Chico.

Noch sind wir guter Dinge, das Wetter war bisher ganz ordentlich, ein wenig windig, aber einigermaßen sonnig. Bei der ersten Kaffeepause aber, beginnen uns die Wolken vorsichtig in die Tassen zu spucken. Ist bestimmt nur ein kurzer Nieselregen! Kurz darauf befinden wir dann doch, dass es Zeit für die Regenjacke wird. Aber natürlich nur wegen dem kühlen Wind während der rasanten Abfahrt!

Nächster Halt Lago Escondido. Der versteckte See. Laut Beschreibung soll der idyllische kleine See zum Relaxen einladen. Heute jedenfalls nicht. Kalt. Nass. Windig. Wenigstens finden wir unter dem dichten Blätterdach ein einigermaßen trockenes Plätzchen für eine kurze Vesperpause.

Gestärkt und voll Motivation fahren wir weiter Richtung Bahia Llao Llao. Die verpassen wir aber. Jetzt regnet es richtig. Unsere Schönwetter-Räder besitzen keine Schutzbleche. Von allen Seiten kommt das Wasser. Jetzt macht es echt keinen Spaß mehr! Sollen wir vielleicht die Notfall-Rescue-Nummer anrufen und uns abholen lassen? Kostet nur 15 Pesos, das wäre es mir jetzt wert. Im kleinen Ferienort Llao Llao finden wir dann erst mal Unterschlupf in einem Café.

Ein wenig angetrocknet und aufgewärmt machen wir uns auf die letzten 7,5 km. Und was ist das? Die Sonne hat sich wieder zurück gekämpft! Jetzt geht alles wieder ganz leicht und nachdem uns noch die lustigen Badurria-Vögel mit dem krummen Schnabel über den Weg gelaufen sind, haben wir die Quälerei durch das schlechte Wetter schon wieder fast vergessen.

Zum krönenden Abschluss erhalten wir vom Fahrradverleih noch eine Gutschein für ein Freibier. Das heitert uns jetzt wieder richtig auf und wir finden letztendlich war es doch ein schöner Ausflug!

 

Hostel Inn Bariloche

Fahrradverleih „Circuito Chico Bikes“

Blaues Eis und bunte Blätter – Herbst im argentinischen Südpatagonien

Wieder einmal Glück gehabt! Ich sitze bereits im Bus raus aus El Chaltén, ein Blick zurück und es tut sich ein wunderschönes Panorama auf. Zum Abschied zeigen sie sich, der Cerro Torre, der Poincenot und der großartige Fitz Roy. Hatten sie sich die vergangenen Tage doch immer schüchtern in ihr Wolkenkleid gehüllt. Das ist ein gelungener Abschluss für meinen Aufenthalt im Parque Nacional Los Glaciares im südlichen Patagonien.

Zahllose Gletscher winden sich hier die Berge hinunter, Ausläufer des Südpatagonischen Eisfeldes. Der wohl bekannteste ist der Perito Moreno im Südteil des Nationalparks in der Nähe von El Calafate. Er ist zwar nicht der größte, steht man jedoch vor der 60 Meter hohen Wand aus blauem Eis, die in den Lago Argentino ragt, ist das kaum von Bedeutung.

Zwei Meter schiebt sich der Gletscher täglich talwärts, und das kann man hören und sehen. Es knackt und kracht, mit einem lauten Knall stürzen große Eisbrocken ins Wasser. Leicht zu beobachten ist dieses Spektakel aber nicht, denn in dem Moment, in dem man den Knall hört, ist alles schon vorbei. Also immer gut aufpassen!

Von El Calafate sind es drei Stunden Busfahrt nach El Chaltén durch dieses ganz andere Patagonien, als ich es von Chile her kenne. Dieser Teil Patagoniens liegt im Regenschatten der Anden, ist daher sehr trocken. Nur wenige Kilometer von den grünen Bergen entfernt, verwandelt sich die flache, maximal hügelige Landschaft fast schon in eine Wüste. Auf dem steinigen Boden wachsen nur kleine bodennahe Büsche.

In El Chaltén angekommen, werde ich erst einmal von einem heftigen Wind begrüßt, der einem glatt umhauen könnte. In allerlei Schräglagen, mal einen Ausfallschritt nach rechts, mal nach links machend, bewegen sich die Menschen mühsam gegen den Wind ankämpfend vorwärts. Daran muss man sich in der nationalen Trekkinghauptstadt gewöhnen. Glücklicherweise weht er nicht immer in dieser Stärke.

Zahlreiche Wanderwege führen zu den Gletschern und den über 3000 Meter aufragenden Bergen. Informationen dazu und über das Verhalten im Nationalpark erhält man im Büro der Nationalparkverwaltung.

Die meisten Touren sind Tageswanderungen. Die ganz hart gesottenen können aber auch mit Sack und Pack zu einer mehrtägigen Wanderung losziehen und auf den kostenlosen Campingplätzen ihr Zelt aufschlagen.

Eine der schönsten und beliebtesten Routen führt zur Laguna Torre. In drei Stunden geht man durch ein weites vom Wind abgeschirmtes Tal, durch Südbuchenwälder, die im Herbst in bunten Farben schillern. Hier ist man weit weg von jeglicher Zivilisation. Es ist kein Mucks zu hören, nur hin und wieder durchbricht ein Vögelchen die Stille. Nur wenige Höhenmeter legt man zurück, aber je näher man den Bergen kommt, desto kälter wird es. Von weitem ist auch schon das gewaltige Eisfeld des Glaciar Grande zu erkennen.

Hat man dann die riesige Endmoräne aus Sand und Kies überwunden, steht man am Ufer der Laguna Torre, dem Gletschersee des Glaciar Grande. An klaren Tagen hat man von hier aus einen tollen Blick auf den Cerro Torre. Doch dieses Glück blieb mir leider verwehrt. Trotzdem, es war ein wunderschöner Tag in den patagonischen Bergen, die zwar ähnlich, aber doch so ganz anders als unsere vertrauten Alpen sind.

Parque Nacional Los Glaciares – informative Seite, leider nur in Spanisch

Vulkane Mittelamerikas

Vulkane faszinieren. Sie zeigen uns die gewaltigen Kräfte, die unsere Erde geformt haben. Manche sind schon vor langer Zeit erloschen, manche noch äußerst aktiv. Sie zeigen uns wie fragil unser Leben ist. Vulkanausbrüche lassen ganze Inseln explodieren und machen ganze Siedlungen dem Erdboden gleich oder können mit ihren gigantischen Aschewolken den Flugverkehr für Tage lahmlegen.

Vulkane faszinieren uns wegen ihrer perfekten Kegelform, womöglich noch mit einer weißen Schneekappe verziert. Vulkane faszinieren uns, weil wir sie nicht kontrollieren können.

Der pazifische Feuergürtel umspannt nahezu den ganzen Pazifischen Ozean von Neuseeland über Japan und der Westküste des Amerikanischen Kontinents. Eine 1500 km lange Kette von Mexiko bis Panama ist Teil davon. Allein in Mittelamerika gibt es um die 30 aktive Vulkan.

Einige von ihnen liegen in äußerst reizvoller Natur. Eine Besteigung führt meist durch verschiedene Vegetationszonen. Es empfiehlt sich jedoch einen Guide anzuheuern.

Guatemala

Wohl am bekanntesten in Guatemala ist der Atitlán-See mit den beiden erloschenen Vulkanen San Pedro und Tolimán und dem schlafenden Vulkan Atitlán. Der See liegt nahe der Hauptstadt und gilt als der schönste im Land. Die Besteigung des 3020 m hohen San Pedro wird als mittelschwer eingestuft, man sollte aber unbedingt einen Guide mit nehmen.

Wer die schwierige sieben bis acht stündige Besteigung des Acatenango geschafft hat, wird mit einem wahnsinns Blick auf die Vulkane Santa María, San Pedro, Tolimán, Atitlán und Tajamulco belohnt, natürlich nur bei gutem Wetter.

Dagegen für den „normalen“ Touristen einfacher, aber nicht weniger spektakulär, ist eine Besteigung des äußerst aktiven Pacaya. Hier brodelt ständig die Lava. In knapp zwei Stunden ist man auf dem immerhin 2552 m hohen Vulkan.

El Salvador

Zwar gerade einmal so groß wie Hessen, und damit das kleinste Land in Mittelamerika, besitzt El Salvador immerhin fünf aktive beziehungsweise schlafende Vulkane.

Touristisch ist El Salvador noch ein Geheimtipp, obwohl es seinen Nachbarländern in nichts nachsteht. Sonne, Strand und tolle Surfspots. Einige alte Mayastätten. Artenreiche Natur, Nebelwälder, Seen und selbstverständlich die Vulkankette.

Die beiden aktiven Vulkane Santa Ana und Izalco sind im Parque Nacional de los Volcanes (manchmal auch Parque Nacional Cerro Verde) zu finden.

Ganz in der Nähe zur Hauptstadt San Salvador liegt der schlafende Vulkan San Salvador inmitten des wunderschönen Parque Nacional El Boquerón. Perfekt für einen Tagesauflug kann man hier auf etwa 5 km Wanderwegen sensationelle Aussichten auf den Ilopango See und die Vulkane Santa Ana und Izalco genießen.

Nicaragua

Leider ist Nicaragua nach Haiti das zweitärmste Land Lateinamerikas, dennoch reich an Vulkanen. Es wird auch das Land der Tausend Vulkane genannt. Touristisch erschlossen sind die „tausend“ Vulkane jedoch noch wenig.

Volcán Concepción - Isla Ometepe, Nicaragua

Unweit der Hauptstadt Managua befindet sich der zweite Nationalpark des Landes, der Nationalpark Vulkan Masaya. Mit mehr als 20 km Wanderwegen bietet er viele Aussichten auf die Natur mit Orchideen, Papageien, Affen und die beiden Vulkane Masaya und Nindirí.

Der Vulkan Mombacho ist zwar schon längst erloschen, ein Besuch des Reserva Natural Volcán Mombacho lohnt aber trotzdem. Hier kommen Tier- und Pflanzenfreunde voll auf ihre Kosten.

Costa Rica

Der tropische Garten Eden Costa Rica bietet nicht nur eine berauschend üppige Flora und Fauna, sondern auch einige noch aktive Vulkane. Darunter mit dem Arenal einem der zehn aktivsten Vulkane weltweit. Theoretisch kann man nach Einbruch der Dunkelheit seine glühenden Lavaströme beobachten. Leider hüllt sich der Arenal aber die meiste Zeit in ein dickes Wolkenkleid.

Eine Straße führt bis zum Gipfel des 3432 m hohen Irazú mit seinem türkisfarbenem Kratersee. Selbst Busse fahren zum Hausvulkan der Hauptstadt San José. Besuchermassen sind hier inklusive.

Ebenfalls gut zu erreichen ist der Vulkan Poás. Bei klarem Wetter hat man auf dem 2704 m hohen Vulkan eine fantastische Sicht auf der einen Seite bis zur Karibik und auf der anderen Seite bis zum Pazifik.

Im Parque Nacional Rincón de la Vieja findet man den gleichnamigen Vulkankomplex. Der Nationalpark beherbergt eine reiche Pflanzen- und Tierwelt, sowie heiße Quellen und Wasserfälle. Im Las Pailas Sektor führt ein kurzer Rundwanderweg durch ein kleines aber geothermisch besonders aktives Gebiet. Hier blubbern Schlammlöcher, es stinken und dampfen heiße Schwefelquellen und Fumarolen.

Panamá

Zu guter Letzt wartet Panamá mit einem Vulkan auf.  Mit 3474 m ist der Vulkan Barú die höchste Erhebung des Landes.  Gefahrlos kann man im gleichnamigen Nationalpark wandern, denn der Vulkan schläft schon seit einigen hundert Jahren, und mit Glück den seltenen Paradiesvogel der Maya, den Quetzal erspähen.

Volcan Baru HDR

Pura Vida und Popoweh in Rincón de la Vieja

In der Hängematte liegend, mit Blick auf die Pferdekoppel, kann ich über die vergangenen beiden Tage in der Rinconcito Lodge nachdenken. Weit weg von Verkehrslärm, ohne Handyempfang und Internet, in abgeschiedener ländlicher Idylle fällt mir dazu eigentlich nur eins ein: PURA VIDA! Jetzt ergibt das costaricanische Nationalmotto wirklich Sinn.

Das einzige was stört, sind die vielen Zecken. Fünf Stück hab ich mir gestern entfernt! Mal sehen wie viele es heute sind.

Auf Empfehlung einer anderen deutschen Touristen hab ich mich gestern zum Ausritt angemeldet. Über Stock und Stein, Wege die ich im Traum mit meinem Pferd nicht gehen würde, gings vier Stunden durch den Nationalpark. Fast nur im Trab. Autsch! Ein Hoch auf meinen gemütlichen baumlosen Sattel.

Ich frage mich wie lange die Pferde wohl diese Touren durchhalten? Und da erzählt mir mein ansonsten sehr schweigsamer Guide Alfonso, dass hier immer wieder mal Pferde von Pumas gefressen werden. In dem Fall ist es wohl auch egal!

Weil ich meinem Popo so eine Tour nicht noch einmal zumuten will, hab ich mich heute für eine Wanderung entschieden. Nur eine kleine Runde durch den Nationalpark, etwa drei Stunden. Ein schöner Rundwanderweg führt mich durch dichten Wald, vorbei an heißen stinkenden Quellen, blubbernden Schlammlöchern und einem Volcancito. Der Volcancito, also ein Vulkänchen, von dem ich schon so viel gehört hatte. Es sei ein richtiger Vulkan in Miniformat, der Lava spuckt. Das war wohl ein Traum. Der Volcancito ist lediglich ein kleiner Krater aus dem Dampf zischt. Nix mit Lava.

Hoppla, wo bin ich denn nun? Gerade noch stand ich in dichtem grünen Wald und plötzlich befinde ich mich in einer eher wüstenhaften Landschaft. Wie geht denn so was? Weggebeamt? Der Boden ist knochentrocken und rissig. Die Bäume haben auch schon mal bessere Zeiten gesehen. Und genauso plötzlich ist wieder alles grün. Und da, die Affen rasen durch den Wald! Die ganze Touristenbande brüllt … und weg sind sie, die Affen!

Und weil die halbe Welt ja so auf Thermalbäder, am besten in Naturpools, abfährt, test ich das heut auch mal. Als ich dann in dem heißen Wasser liege frage ich mich allerdings wieso? Ich bade noch nicht mal gern! Im Winter, von mir aus, wenn man so richtig durchgefroren ist. Aber wer braucht bei 30°C Außentemperatur ein Bad in noch heißerem Wasser? Also ich nicht. Damit mein Fahrer mir aber keine dummen Fragen stellt, auf die ich in Spanisch sowieso nicht richtig antworten kann, halt ich es einfach eine halbe Stunde aus.

Den heutigen Pura-Vida-Tag lass ich mit einem leckeren Abendessen, zubereitet von dem liebenswert glühenden Noel, und einem kühlen Bier ausklingen.

PURA VIDA!

Reisetipp auf Globalzoo: Nationalpark Rincón de la Vieja