Chillen, Relaxen und Gammeln in Montezuma

Wild war die Überfahrt von Jacó nach Montezuma mit dem sogenannten Schnellboot. Ja, schnell war es durchaus, aber doch sehr klein, sehr nussschalenhaft, eine Stufe besser als ein Ruderboot.

Montezuma und Jacó, ein Unterschied wie Tag und Nacht. Montezuma ist ein kleines Dörfchen, halb im Dschungel und direkt am Strand gelegen. Angefangen hat alles mit ein paar Hippies. Ein paar schräge Gestalten, Tofu, Yoga und die entspannte Stimmung sind geblieben. Hier kann man verweilen, hier kann man die Zeit vergessen.

Direkt hinter dem Dorf gelangt man über einen recht abenteuerlichen Pfad zu einem hübschen Wasserfall, der sich über mehrere Stufen unterschiedlicher Höhe, hinunter stürzt. Die Mutigen springen nach Acapulco-Manier runter, und der Rest nimmt ein Bad in idyllischen Kulisse.

Gestern gab es für 40 US$ noch eine einstündige Überfahrt mit dem costaricanischen Schnellboot, heute gab es für das gleiche Geld insgesamt eineinhalb Stunden Bootsfahrt, ein tolles Barbeque auf einer super idyllischen Insel mit allem was das Herz begehrt und Getränke den ganzen Tag. Nun gehört die Aufnahme von Nahrung bekannterweise zu den menschlichen Grundbedürfnissen, war aber nicht der eigentliche Sinn und Zweck dieser Ausflugsfahrt. Die Fahrt ging zur Isla Tortuga, die mit einigen kleineren Insel ein fantastisches Schnorchelrevier bietet. Im ruhigen, pipiwarmen tropischen Wasser wimmelt es nur so von Fischen und anderen Meeresbewohnern. Die Unterwasser-Pracht reicht von relativ großen über relativ kleine knallgelbe, leuchtend blaue oder pink gepunktete Fische, die mal einzeln, mal in kleineren Gruppen oder in großen Schwärmen durchs Meer ziehen, bis hin zu Seeschlangen und Seesternne. Für einen Pelikan muss das wie ein großen Buffet sein. Allerdings muss er warten bis die Bootsladungen Schnorcheltouristen wieder auf ihre Boote zurück gekrabbelt sind.

Mit Wolken, aber dafür etwas weniger Hitze, verabschiedet sich Montezuma von mir. Gerne würde ich noch länger in dem kleinen Dörfchen mit der relaxten Atmosphäre bleiben.

Heute morgen wurde ich allerdings ganz unrelaxed vom außerirdisch klingenden Geschrei der Brüllaffen geweckt. Wer mit diesen eigenartigen Tönen aus dem Tiefschlaf gerissen wird und irgendwie noch zwischen Traum und Wirklichkeit feststeckt, denkt im ersten Moment an ein schreckliches Monster (und hat wohl zu viele Horrorfilme gesehen). Dann, wenn das Bewusstsein immer mehr in die Wirklichkeit rückt, denkt man als nächstes an einen Hund, und erst dann, wenn man realisiert, dass man sich fast im Dschungel befindet, weiß man, aha, diese Brüllaffen wieder. Haltet doch die Klappe und lasst mich in Ruhe schlafen!