Chile Teil 2 – Seengebiet

Man könnte fast meinen man befindet sich im Schwarzwald. Grüne Hügel, Wälder, Seen und Wasserfälle. Aber der Blick auf die zahlreichen Vulkane und die wie aus Urzeiten stammenden Araukarien-Bäume verraten, dass man sich immernoch in Chile befindet, und zwar im sogenannten Seengebiet nördlich von Patagonien.

Die Vulkane können zum Teil bestiegen werden. Wer den anstrengenden Aufstieg auf den Villarrica geschafft hat, kann einen Blick in den lavabrodelnden Krater werfen und wird mit einer rasanten Abfahrt auf dem Hosenboden in Schneeröhren belohnt.

Wem das dann doch zu viel Action ist, kann gemütlich in den Nationalparks wandern. Ab einer Höhe von 600 m kann man dort die wundersamen Araukarien bestaunen. Sie sind immergrüne Bäume, die bis zu 40 m hoch werden. Durch ihr langsames Wachstum können sie stolze 1300 bis 2000 Jahre alt werden.

Aber auch hier kann eine beschauliche Wanderung jäh durch einen spitzen Schrei gestört werden. Dann hat (meist) eine Frau eine der handtellergroßen Spinnen entdeckt.

Unser deutschsprachiger Guide sagte uns, dass dieses Exemplar eine Tarantel sei. Bei der Recherche fand ich jetzt allerdings heraus, dass das möglicherweise ein Übersetzungsfehler sein könnte, da im Englischen auch Vogelspinnen als Tarantulas bezeichnet werden. Ist meine Tarantel nun möglicherweise eine Vogelspinne?

Uneinig war man sich in der Gruppe auch über die Giftigkeit der Spinne. Kann er für einen Menschen tödlich sein oder ist der Biss in etwa vergleichbar mit einem Bienenstich? Was ist dran an dem Spruch „Wie von einer Tarantel gestochen“? Auch hier kam ich nicht auf ein ganz eindeutiges Ergebnis. Der Biss einer Tarantel oder Vogelspinne ist in der Regel ungefährlich. Allerdings gibt es offensichtlich unter den Vogelspinnen auch Arten die für den Menschen gefährlich sein können. Also doch lieber vorsichtig sein. So ein Bienenstich ist schließlich auch nicht schön!