Vulkanausbruch in Chile – faszinierendes Naturschauspiel

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Nach seinem 42 Jahre währenden Schlaf ist der Vulkan Calbuco im Süden Chiles wieder aufgewacht uns spuckt Asche.

Ich find es wahnsinnig beeindruckend und faszinierend, die Betroffenen vor Ort wahrscheinlich weniger! 

http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/vulkan-calbuco-in-chile-ausgebrochen-a-1030089.html

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Quito – Pflichtprogramm

Es ist nun zwar schon ein paar Wochen her, aber den Beitrag zu Quito wollte ich euch nicht vorenthalten.

Die meisten Ecuador-Reisenden werden wohl in Quito ankommen. Bis Oktober noch mit spektakulärem Landeanflug über die Stadt. Dann wird aber endlich der neue Flughafen etwas außerhalb eröffnet. Und das ist auch gut so. Denn derzeit fliegen im Minutentakt die lauten Flugzeuge nur wenige Meter über die Häuserdächer, da der alte Flughafen praktisch mitten in der Stadt liegt. Arme Bewohner des nördlichen Quito.

Nur ob es nach der Eröffnung des neuen Flughafens wirklich soviel leiser wird, ist fraglich. Denn der verrückte Straßenverkehr bleibt. Die Straßen sind jeden Tag vollkommen verstopft. Täglich wird um die Wette gehupt. Die Busse sind da eine gute und günstige Alternative. Wären sie nur nicht immer so voll. Angst vor Nähe darf man wirklich nicht haben. Es lohnt sich manchmal einfach einen oder zwei Busse abzuwarten, der nächste ist möglicherweise nicht ganz so voll.

Quito hat eine außergewöhnliche Lage auf rund 2900 Meter in einem engen Hochtal. Die 1,4 Millionen Einwohner verteilen sich im 30 Kilometer langen und nur 2 bis 3 Kilometer breiten Stadtgebiet. Überragt wird die Stadt vom 4600 Meter hohen nicht aktiven Vulkan Rucu Pichincha. Mit einer Gondel, dem Teleférico, kann man den Berg auf 4000 Meter hoch fahren und eine sensationelle Aussicht auf die Stadt genießen.

Die Hauptattraktion in Quito ist jedoch die wunderschöne koloniale Altstadt, die 1978 als erste Stadt ins UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen wurde.

Klar, auch nicht fehlen darf ein Besuch des Äquator-Denkmals, Mitad del Mundo. Auch wenn es megatouristisch und nicht einmal der richtige Äquator ist, der echte liegt 200 Meter daneben, es ist einen Ausflug wert. Vor allem an Sonntagen. Mitad del Mundo ist am Wochenende auch bei den Einheimischen ein beliebtes Ausflugsziel. In dem Dorf, das rund um das Denkmal gebaut wurde, lässt es sich gemütlich einkehren, es spielen Livebands zu denen die Einheimischen tanzen. Und wenn man Glück hat, so wie ich, findet auch noch ein Tanzwettbewerb traditioneller Tänze statt.

Geheimnisvoller Cotopaxi

Der Vulkan Cotopaxi hat es mir nicht leicht gemacht. Er ist mit 5897 Meter zwar nicht der höchste Vulkan Ecuadors, mit seiner fast perfekten konischen Form und seiner weißen Kappe aber das Wahrzeichen Ecuadors schlechthin. Und obendrein ist er für jedermann relativ leicht zugänglich. Von einem Parkplatz auf 4500 Meter läuft man 300 Höhenmeter einen steilen Weg über feinen Vulkanschotter zum Refugio José Rivas.

Soweit so gut. Tagesausflüge zum Cotopaxi kann man von Quito oder Latacunga aus organisieren. Nun, zumindest in der Theorie. Bei meinem ersten Versuch kam ich sonntags in Quito an und wollte gleich am Montag zum Cotopaxi. Ein vollkommen unmögliches Unterfangen, denn das ansonsten so laute Quito wird sonntags zur Geisterstadt. Alles hat geschlossen. Gut, dann halt am Dienstag. Aber auch das sollte nicht sein, denn am Montag hat mich ein Fieber dahingerafft.

Nächster Versuch eine Woche später von Latacunga aus. Aber auch hier stand es Spitz auf Knopf. Denn eine Tour zu finden war gar nicht so einfach. Die Ausflüge werden normalerweise erst ab zwei Personen durchgeführt, ich war diesmal alleine und scheinbar auch der einzige Tourist in Latacunga, der zum Cotopaxi wollte! Schlussendlich hat sich doch einer erbarmt und für mich alleine die Tour gemacht, mir dafür aber auch 10 US$ mehr abgeknöpft.

Wenigstens sieht das Wetter an diesem Morgen etwas besser aus als einen Tag zuvor. Zwar noch bewölkt, aber hier und da schaut schon der blaue Himmel durch.

Erste Teepause ist am Museum im Nationalpark, das derzeit jedoch wegen Renovierung geschlossen ist. Dafür gibt es auf mittlerweile 3600 Meter Höhe einen leckeren Coca-Tee.

Dann geht es auch schon hoch hinauf zum Parkplatz. Der Guide schmeißt mich dort bei heftigem Wind und Graupelschauer raus. Der Graupel lässt zwar nach einer Weile nach, der Wind jedoch nicht! So richtig Spaß macht das gerade nicht! Ein wenig komme ich mir vor wie Reinhold Messner, der den Mount Everest besteigt. Nach einer dreiviertel Stunde ist es dann geschafft, ich bin am Refugio José Rivas auf 4810 Meter angelangt. Neuer persönlicher Höhenrekord! Drinnen erwartet mich ein heißer Tee bevor es wieder an den Abstieg geht. Als ich wieder aus der Hütte komme, schneit es heftig und der Gipfel, gut 1000 Meter über mir ist immer noch in dichte Wolken gehüllt.

Nun ja, vielleicht lichten sich die Wolken ja noch, denke ich mir auf der Fahrt zur Lagune. Aber auch während dem etwa einstündigen Spaziergang rund um die Lagune will sich der Cotopaxi nicht voll und ganz zeigen. Macht aber nichts, denn der Weg um die Lagune ist mit vielen bunten Blümchen gesäumt und in der Lagune tummeln sich eine Schar Vögel. Also was soll’s, es war trotzdem ein schöner Tag und ich war immerhin auf dem Cotopaxi. Dann kauf ich mir eben eine schöne Postkarte, wenn es mit einem eigenen Foto von dem schönen Vulkan nichts wird.

Baños – wie der Name schon sagt: ziemlich nass

Schon wieder ein Schönwetter-Fahrrad! (siehe Argentinien: Bittersüßes Bariloche) Und das in Baños, wo es doch relativ häufig regnet.

Gestern hat es mich schon bei der Wanderung an den Flanken des Vulkans Tungurahua vollkommen eingenässt und heute bei der Fahrradtour schon wieder!

Der Stadtplan von der Touri-Info klärt mich darüber auf, dass von Juni bis September Regenzeit in der Region herrscht. Dann wäre zumindest der viele Regen erklärt. Aber wieso sparen alle Fahrradverleiher an den Schutzblechen? Finden die den Gedanken lustig, dass die Gringos nasse Popos kriegen?

Bei schönem Wetter macht die Fahrradtour entlang der Ruta de las Cascadas, der Straße der Wasserfälle, bestimmt mehr Spaß. Der Weg führt entlang der Straße von Baños nach Puyo fast nur bergab. Die häufigen Tunnel können umfahren werden. Und das sind meist die schönsten Abschnitte der Strecke. Die Umfahrungen sind kleine alte Straßen, eingeklemmt zwischen Berg und Schlucht und führen oft durch kleine Dörfchen.

Von der Straße aus kann man dann die ersten Wasserfälle bestaunen, die tief in die Schlucht stürzen. An einigen Stellen gibt es einfache Korb-Seilbahnen, mit denen man über das Tal hinweg zum Wasserfall fahren kann. Zu zwei weiteren Wasserfällen muss man tief in die Schlucht absteigen, um ganz nah ran zu kommen. Der bekannteste ist wohl der Pailón del Diablo, der auch viele einheimische Sonntagsausflügler lockt.

Wassermassen stürzen zwischen den engen Felsen herab und wirbeln einen feinen Wassernebel auf. Da bleibt keiner wirklich trocken! Mir scheint sogar, als würden die Einheimischen einen Wettbewerb daraus machen, wessen Kleidung und Haare am nassesten sind. Das würde ich ja noch verstehen, wenn eine Bullenhitze herrschen würde, aber es sind gerade mal um die 20°C.

Wenn auch die Talfahrt mit dem Rad nicht wirklich anstrengend war, die Auf- und Abstiege zu den Wasserfällen reichen dann doch aus um wirklich ins Schwitzen zu kommen.

Zurück geht es dann bequem mit dem Bus oder einem Kleinlaster, der einfach Räder und Passagiere hinten auflädt.

Pura Vida und Popoweh in Rincón de la Vieja

In der Hängematte liegend, mit Blick auf die Pferdekoppel, kann ich über die vergangenen beiden Tage in der Rinconcito Lodge nachdenken. Weit weg von Verkehrslärm, ohne Handyempfang und Internet, in abgeschiedener ländlicher Idylle fällt mir dazu eigentlich nur eins ein: PURA VIDA! Jetzt ergibt das costaricanische Nationalmotto wirklich Sinn.

Das einzige was stört, sind die vielen Zecken. Fünf Stück hab ich mir gestern entfernt! Mal sehen wie viele es heute sind.

Auf Empfehlung einer anderen deutschen Touristen hab ich mich gestern zum Ausritt angemeldet. Über Stock und Stein, Wege die ich im Traum mit meinem Pferd nicht gehen würde, gings vier Stunden durch den Nationalpark. Fast nur im Trab. Autsch! Ein Hoch auf meinen gemütlichen baumlosen Sattel.

Ich frage mich wie lange die Pferde wohl diese Touren durchhalten? Und da erzählt mir mein ansonsten sehr schweigsamer Guide Alfonso, dass hier immer wieder mal Pferde von Pumas gefressen werden. In dem Fall ist es wohl auch egal!

Weil ich meinem Popo so eine Tour nicht noch einmal zumuten will, hab ich mich heute für eine Wanderung entschieden. Nur eine kleine Runde durch den Nationalpark, etwa drei Stunden. Ein schöner Rundwanderweg führt mich durch dichten Wald, vorbei an heißen stinkenden Quellen, blubbernden Schlammlöchern und einem Volcancito. Der Volcancito, also ein Vulkänchen, von dem ich schon so viel gehört hatte. Es sei ein richtiger Vulkan in Miniformat, der Lava spuckt. Das war wohl ein Traum. Der Volcancito ist lediglich ein kleiner Krater aus dem Dampf zischt. Nix mit Lava.

Hoppla, wo bin ich denn nun? Gerade noch stand ich in dichtem grünen Wald und plötzlich befinde ich mich in einer eher wüstenhaften Landschaft. Wie geht denn so was? Weggebeamt? Der Boden ist knochentrocken und rissig. Die Bäume haben auch schon mal bessere Zeiten gesehen. Und genauso plötzlich ist wieder alles grün. Und da, die Affen rasen durch den Wald! Die ganze Touristenbande brüllt … und weg sind sie, die Affen!

Und weil die halbe Welt ja so auf Thermalbäder, am besten in Naturpools, abfährt, test ich das heut auch mal. Als ich dann in dem heißen Wasser liege frage ich mich allerdings wieso? Ich bade noch nicht mal gern! Im Winter, von mir aus, wenn man so richtig durchgefroren ist. Aber wer braucht bei 30°C Außentemperatur ein Bad in noch heißerem Wasser? Also ich nicht. Damit mein Fahrer mir aber keine dummen Fragen stellt, auf die ich in Spanisch sowieso nicht richtig antworten kann, halt ich es einfach eine halbe Stunde aus.

Den heutigen Pura-Vida-Tag lass ich mit einem leckeren Abendessen, zubereitet von dem liebenswert glühenden Noel, und einem kühlen Bier ausklingen.

PURA VIDA!

Reisetipp auf Globalzoo: Nationalpark Rincón de la Vieja