Der Danza de los Voladores, eine interessante Tradition aus Papantla/Mexiko. Ziemlich spektakulär! In tollen Bildern von Mathias Graf festgehalten.

Hobby Fotografie..und andere Sachen

Danza de los Voladores
Auch heute noch wird in Papantla mehrmals am Tage ein altes Fruchtbarkeitsritual der Totonaken gezeigt, der Danza del Volador. Vier Männer (Voladores) symbolisieren die vier Winde, ein fünfter Mann gilt als Symbol der Sonne.

Tanzend bewegen sich die vier Männer auf den Stamm zu (früher aus Holz, jetzt aus Eisen). Sie begrüßen den Stamm und umkreisen ihn mehrmals. Dann begeben sich die vier ‚Winde‘ auf die Spitze des Stammes. Als letzter klettert der fünfte als Sonne auf die Spitze des Stammes. Er setzt sich in Richtung Osten und beginnt, mit einer kleinen Trommel und einer Flöte zu spielen, während die 4 Winde sich drehend das Seil um den Unterleib wickeln.

Die Sonne begrüßt nun die vier Winde kopfüber langsam mit 13 Drehungen auf die Erde nieder. Die Sonne spielt während dieser Zeit die Trommel und Flöte. Nachdem die vier Winde die Erde erreicht haben, begibt sich…

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Ergreifend und traurig schön schreibt Vallartina über die schlimmste Dürre seit 70 Jahren im Norden Mexikos.

Que Onda?

Die Flut rollt hoch diese Nacht. Die Brandung bricht sich am Strand, an der Mole. Laut ist sie, gewaltig, so gewaltig, dass sie mich nicht schlafen lassen will. Fast regelmässig kommen die  Wellen, zerschellen mit einem donnerndem Geräusch. Mit Gewalt. Es ist anders als die anderen Nächte.

Heute Mittag und nachmittags gab es völlig überraschend  jeweils einen kurzen Regen, dicke Tropfen, die gerade als sie den Boden erreichten, schon wieder verdunstet waren. Im Januar! Mitten in der Trockenperiode! Normal ist das nicht.

Meine Gedanken gehen zurück. Nur kurz. An andere Orte, andere Brandungen, die hart und heftig gegen die Felsen am Strand anbrandeten,  nur um gleich wieder in Wüsten zu entgleiten. Nach Chihuahua.  Zu  den Tarahumara-Indianern. Heute erst hatte ich wieder gelesen, dass im Norden Mexikos um die zweieinhalb Millionen  Menschen unter einer schrecklichen Dürre leiden. Schon seit vielen Wochen. Die anhaltende Dürre wird den Grossteil ihrer Ernten zerstören. Hunderttausende…

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Querida Merida – so langsam heißt es Abschied nehmen

– Reiseblog Mexiko 2008 –

Nach einem kurzen Zwischenstopp in dem gar nicht so schönen Villahermosa, bin ich für drei Nächte in meinem vorletzten Quartier meiner Mexikoreise, in Merida angekommen.

So in etwa tausendmal hatte ich gehört wie toll Merida sein soll. Und warum gleich nochmal??? Ich hab wohl vergessen nachzufragen, was die Stadt so besonders toll macht! Der wahnsinns Verkehr und die stickige Luft kann´s ja wohl nicht sein. Und wer gern alte Kolonialhäuser mag, sieht in Campeche schönere. Also, was macht diese Stadt zu einem Must-Do? Ist es die Lage, die die Stadt zu einem günstigen Ausgangspunkt für Ausflüge nach Chichen Itza und anderen Maya-Ruinen, den zahlreichen Cenoten oder dem Biosphärenreservat von Celestun macht? Oder fahren die Leute einfach mit einem guten Gefühl wieder weg, weil sie in einem chilligen Hostal in der Hängematte übernachtet haben und nette Leute kennengelernt haben?

Mein Hostal, das Nomadas, ist da auch echt mal ein Highlight unter den bisherigen. Ein kuschelig, lauschiger Platz in der sonst so lauten und hektischen Stadt! Praktisch auch weil sie Ausflüge organisieren.

Mittlerweile hab ich ja ein kleines Natur-Defizit, also hab ich mich entschlossen den Ausflug nach Celestun mit zu machen. Das war auch genau nach meinem Geschmack!

Das Reservat von Celestun, eine verzweigte Bucht am Meer, mit gerademal 80 cm tiefem Wasser und Mangrovenwäldern, ist ein Habitat für zahlreiche Vögel. Unter anderem gibt es eine riesige Flamingokolonie, die schon von weitem als pinker Streifen am Horizont zu erkennen ist.

Und so was hab ich ja noch nie gesehen, das Wasser ist blutrot! So klar, dass man auf den Grund sehen kann, aber total rot gefärbt. Natürlich wurde wild spekuliert was da die Ursache sein könnte, denn der Kapitän unserer kleinen Nussschale konnte/wollte keine Auskunft geben. Er war zu sehr mit dem Motor beschäftigt, warum auch immer! Ich habe vermutet, dass die rote Färbung von irgendwelchen Bakterien verursacht wird. Man konnte immer wieder Gasblasen aufsteigen sehen und es lag ständig ein dezent schwefliger Geruch in der Luft.

Zum Abschluss manövrierte uns der Kapitän in Formel 1-Manier in einen spektakulären Tunnel aus Mangroven.

Nach einem super Mittagessen in einem Restaurant am Strand von Celestun, konnten wir den Tag mit einem Bad im Golf von Mexiko ausklingen lassen.

Das war echt mal ein gelungener Tag!

Morgen geht´s auf zu meiner letzten Station, nach Cancun. Dann sind auch schon wieder vier Wochen Urlaub unter der schön warmen tropischen Sonne Mexikos zu Ende!

Gammeltag in San Cristobal

– Reiseblog Mexiko 2008 –

Heut war eher mal ein lässiger Tag. Postkarten schreiben, Souvenirs kaufen und über den Markt schlendern.

Der Markt in San Cristobal ist echt riesig und so unübersichtlich, dass man sich verlaufen kann! Hauptsächlich wird Obst und Gemüse verkauft, aber auch Fleisch, tot oder lebendig. Und wie hübsch sie die Früchte immer zu kleinen Pyramiden aufbauen! Ob das irgendwie genetisch veranlagt ist? Die Maya hatten ja auch schon einen Hang zu Pyramiden.

Außer dem großen Markt gibt’s auch noch einen kleinen Kunsthandwerksmarkt, wo die Leute aus den umliegenden Dörfern ihre Sachen verkaufen. Aber Vorsicht, nicht alles ist auch handgemacht und original! Vieles kommt aus Guatemala, wo die Arbeit noch billiger ist als in Mexiko. Gerade die typischen bunt gemusterten Taschen kommen von dort und sind maschinell gefertigt. Echt handgewebt und bestickt sind aber die großen Tischdecken, Tischläufer und Platzdeckchen mit Blumenmuster.

Nervig ist, dass bei vielen das Dollar-Zeichen in den Augen aufleuchtet, wenn sie Touristen sehen. Ich wollt eigentlich nur ein Übersichtsfoto vom Markt machen, da zischt mich eine Frau an, ich müsste dafür bezahlen. Auf meine Frage, wen denn, da ich ja niemand spezielles fotografieren will, entgegnete sie mir doch glatt, ALLE die da grad so zufällig rumstehen und laufen! Ja, geht’s eigentlich noch? Denkt die etwa ich wär ein Millionär?!

Sowas schauen sich die Kinder natürlich von den Großen ab. So im Vorbeispringen fragen sie einfach mal jeden Touristen nach nem Peso. Aber nicht weil sie so arm wären, nein, wie überall auf der Welt, ist das Objekt der Begierde einfach nur Süßigkeiten!

Ich find, ich hab fürs erste genug hier im kalten San Cristobal gefroren, das kann ich in Deutschland ja dann wieder. Deshalb fahr ich morgen weiter nach Villahermosa.

Reise in eine andere Welt – die indigenen Dörfer bei San Cristobal

– Reiseblog Mexiko 2008 –

Wow, das war heut schon ein besonderer Tag, um die Dörfer Chamula und Zinacantan ganz in der Nähe von San Cristobal de Las Casas zu besuchen.

Heute, am 12. Dezember, ist der höchste Feiertag der mexikanischen Katholiken. Der Tag der Jungfrau von Guadelupe. Sie ist sowas wie der Schutzpatron von Mexiko.

Wobei jeder ordentliche katholische Pfarrer wohl drei Kreuzzeichen schlagen würde, wenn er die Zeremonien in Chamula sehen würde! Außer dass die Feierlichkeiten um und in der Kirche stattfinden, hat das sonst nicht viel mit dem katholischen Glauben zu tun. Ok, außer dass auch Weihrauch verbrannt wird, allerdings viel mehr als bei uns üblich – mir ist jetzt noch ganz schwummrig!

Normalerweise halten die Medizinmänner und -frauen in der Kirche ihre „Sprechstunden“ und behandeln ihre Patienten mit Eiern oder Hühnern.

Und so wird hier auch kein katholischer Priester benötigt. Jedes Dorf hat sein eigenes religiöses Oberhaupt.

Während der Zeremonie werden in der Kirche Unmengen von Weihrauch verbrannt und zu den zahlreichen Heiligen gebetet. Vor der Kirche wird musiziert und Feuerwerkskörper aus der bloßen Hand abgeschossen. Das soll die bösen Geister vertreiben. Na hoffentlich klappt das auch! Ansonsten ist die Klinik direkt gegenüber.

Alles ist einfach eine riesige, bunte und laute Fiesta!

Leider ist es nicht gestattet von den Zeremonien Fotos zu machen. Also fahrt am Besten selber hin und gebt euch dieses Spektakel!

In Zinacatan ging’s dagegen echt gesittet zu. Obwohl beide Dörfer zum Volk der Tzotzil gehören und nur wenige Kilometer von einander entfernt liegen, ist das ein Unterschied wie Tag und Nacht!

Hier darf auch ein Priester eine Messe halten, die Zeremonien sind nicht ganz so abgefahren, es ist alles etwas ruhiger.

Die Einheimischen tragen wundervolle königsblaue, mit Blumenmuster verzierte Kleidung.

Hier durften wir auch eine Familie besuchen. Es ist üblich, dass mehrere Generationen unter einem Dach wohnen. Jedes Haus braucht selbstverständlich auch einen eigenen kleinen Altar. Nun, eigentlich sind es sogar zwei. Der traditionelle mit einem Heiligenbild und ein paar Kerzen und direkt daneben der moderne, ausgestattet mit einer Flimmerkiste und allem dazugehörigen Schnickschnack (DVD-Player, Stereo-Anlage, Spiele-Konsole).

Ja, so lebt die Tzotzil-Familie, Nachfahren der großen Maya-Zivilisation, von heute. Gekocht wird in einem dunklen Loch über offenem Feuer, aber Satelliten-Fernsehen!

Hab ich schon erwähnt wie kalt es hier ist? Gut, das ist auf über 2000 m jetzt auch nicht die wahnsinns Überraschung, aber trotzdem, tengo mucho frio!!! Der Chili-Lolipop, den ich heut mal probiert hab, hat leider auch nur kurzfristig und äußerst partiell gewärmt!

Und noch mehr Maya-Ruinen – Palenque

– Reiseblog Mexiko 2008 –

Ich hab mich dafür entschieden in der Stadt zu übernachten und nicht in dem sogenannten legendären Backpacker-Viertel El Panchan außerhalb der Stadt im Dschungel. Schließlich möcht ich ja das Leben in Mexiko kennenlernen.

Auch wenn viele andere sagen, die Stadt hätte nichts zu bieten, ich seh das anders!

Es gibt viele Möglichkeiten gut zu Essen, sei es ein Frühstück, ein kleiner Snack oder ein großes Abendessen. Dabei wär besonders das Restaurant Las Tinajas in der Calle 20 de Noviembre zu erwähnen. Riesenportionen, superlecker, freundliche Bedienung und alles für einen kleinen Preis.

Und wer noch Platz im Koffer hat, kann sich in der Stadt mit Souvenirs eindecken.

Leider hat die Zeit nur für einen Ausflug zu den Ruinen gereicht. Schon wieder Ruinen! So langsam reicht’s aber mit den Ruinen. Mittlerweile hab ich fast nur Fotos von alten Steinen! Und trotzdem, jede Maya-Stadt, die ich bisher besucht hab, ist anders und hat ihren ganz besonderen Reiz.

Die Ruinen von Palenque liegen mitten im tropischen Dschungel. Man spaziert so durch den Wald, der den notwendigen Schatten spendet, denn es ist mal wieder superheiß und superschwül, an einem kleinen Bach mit kristallklarem Wasser entlang, hört das Gebrüll der Affen – die Affen rasen durch den Wald….die ganze Affenbande brüllt – und nebenbei schaut man sich noch die Ruinen an. Erstaunlicherweise gibt es hier trotz des tropisch feuchten Klimas viele sehr gut erhaltene Reliefs und Wandmalereien zu sehen.

Eigentlich wars dann auch nicht so schlimm, dass ich nicht die Zeit für einen Ausflug zu den Wasserfällen Agua Azul hatte – seit gestern Abend regnet es! Ein guter Tag also um nach San Cristobal de Las Casas zu fahren!

Adios Playa del Carmen – Bienvenidos Campeche

– Reiseblog Mexiko 2008 –

Endlich bin ich raus aus der Touri-Hochburg Playa del Carmen und auf der Suche nach dem echten Mexiko.

Campeche, Hauptstadt der gleichnamigen Region, ist eine bunte Kolonialstadt am Golf von Mexiko……..und ein Mekka für Schuhliebhaber!

Denn wie es scheint, sind die meistbenötigten Güter in Campeche Schuhe. Jeder zweite Laden ist ein Schuhladen! Dazwischen gibt es noch jede Menge Klamotten- und Elektroläden. Um das Outfit dann noch abzurunden lässt sich die Frau bei einem der zahlreichen Friseure aufbrezeln und der Mann lässt seine Schuhe im Parque Principal auf Hochglanz polieren.

Der Parque Principal im historischen Stadtkern ist das Herz der Stadt. Samstags und sonntags kommt hier das Leben nach Sonnenuntergang erst so richtig in Schwung! Fast wie auf einem Volksfest kommen alle hier her um was zu Essen und zu Trinken, zum Singen oder Tanzen oder einfach nur der Musik zu zuhören. Und wer dabei von seinen Kindern nicht gestört werden will, schickt sie einfach zum Malen oder lässt sie vom Clown unterhalten. Die etwas älteren Semester spielen stundenlang Loteria Campechana, eine Art Bingo. Und das alles unter freiem Himmel! Wie cool, wenn man das ganze Jahr so schönes Wetter hat!

Und wer dann irgendwann genug von den Kolonialhäusern hat – man stellt nämlich ziemlich schnell fest, dass eigentlich alle gleich aussehen – fährt zu den nahegelegenen Maya-Ruinen von Edzna.

Ein echter Geheimtipp! Wer sich in Chichen Itza geärgert hat, kein Foto ohne irgendwelche Leute drauf zu kriegen, wird Edzna genießen. Man teilt die Ruinen mit maximal einer Handvoll anderen Besuchern und, das Beste überhaupt, man kann überall nach Herzenslust rumkraxeln! Und es lohnt sich. Vom Hauptgebäude, dem „Edificio de los cinco pisos“, bietet sich eine grandiose Aussicht.

Reisetipp auf Globalzoo: Maya-Ruinen von Edzna – ein echter Geheimtipp